Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 21.02.2002
Als Grenzgänger und "hoch bewussten 'Minderdichter'" bezeichnet der Rezensent seinen Namensvetter Dominik Steiger. Dass dies als Lob gemeint ist, macht Bruno Steiger indessen sogleich deutlich. Denn was der Autor auf dem Grat zwischen Ratio und Phantastik zustande bringt, hält er für ebenso tollkühn wie erleuchtend. Tollkühn in seiner Vagheit und Subjektivität ("das Inkommensurable ist angesagt"), und erleuchtend insofern, als die Prosaminiaturen "unsere irgendwo im Unbewussten angesiedelten elementaren Sprachenergien" ablichten. Da kommt es dem Rezensenten regelrecht schade vor, dass sich bei wiederholter Lektüre der Texte ein Sinn einzuschleichen beginnt: "Es schmälert das Vergnügen an der oft melancholisch-witzigen Fremdheit dieser gegen den Beliebigkeits- wie gegen jeden Ironieverdacht souverän abgedichteten 'Sinngummis'".
Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Florian Illies: Träume aus Feuer Tauchen wir ein in die großen Träume eines großen Mannes: Johannes Kunckel ist ein Magier und Alchemist, der daran glaubt, Gold zaubern zu können. Der brandenburgische Kurfürst…