Mit Sprachwitz und trockenem Humor porträtiert Bettina Gärtner den Mittvierziger Herrmann und sein Mittelschichtsleben zwischen Hauptstadt, Kleinstadt, Heimatgemeinde. In kaum einer Woche überschlagen sich Ereignisse beruflicher wie privater Art. In der Firma möchte der kränkelnde und eigentlich mit bescheidenen Ambitionen ausgestattete Herrmann gerne ein wenig die Karriereleiter hinaufsteigen, wogegen er die Weiterführung der Hundezucht seines unlängst verstorbenen Vaters als Last sieht. Damit aufhören? Aber was würde der Ort nur dazu sagen? Und dann drängen Menschen und Vorfälle aus der Vergangenheit als Unruhestifter in das Jetzt hinein.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 15.05.2020
Rezensentin Judith von Sternburg bleibt neugierig bei der Lektüre von Bettina Gärtners Roman. Es geht um Herrmann, einen ledigen Mittvierziger, zwar mit festem Job, wohnhaft aber noch auf dem Hof seiner Eltern und von depressiven Anflügen und Gewaltfantasien verfolgt. Die Geschichte gerät trotz grotesker Momente nie satirisch, meint Sternburg überrascht, und auch eine Eskalation bleibt entgegen ihrer Erwartungen aus. Vielmehr bewege sich die Autorin wie ihr Protagonist zunächst etwas ziellos durch das Setting, sodass bei der Rezensentin schon die Sorge aufkommt, Gärtner habe die Kontrolle verloren - bis sich am Ende alles fügt und vieles "zwangsläufig und logisch" wirkt: wohl doch ein "ausgebuffter Erzählplan", schließt Sternburg erstaunt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 04.03.2020
Rezensentin Kristina Maidt-Zinke wartet vergeblich auf einen Höhepunkt in Bettina Gärtners "Provinz- und Angestelltenroman". Die Geschichte eines Bürokraten wird entsprechend bürokratisch verhandelt, stellt die Rezensentin fest. Etwas trist, aber auch komisch findet sie es, dem Leben des Protagonisten beizuwohnen, den sein Blutdruck und die Verwandtschaft nerven, der erotische Verwicklungen erlebt und Dorfklatsch pariert. Worauf all das hinausläuft? Jedenfalls nicht auf eine Pointe, verrät die Rezensentin, von der ereignislosen Länge des Ganzen und der weitgehenden Abwesenheit von Sprachwitz und Humor doch ziemlich frustriert.
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