Bernhard Strobel

Ein dünner Faden

Erzählungen
Cover: Ein dünner Faden
Droschl Verlag, Graz 2015
ISBN 9783854209607
Gebunden, 152 Seiten, 19 EUR

Klappentext

"Menschliche Katastrophen als Stillleben", so wurden Bernhard Strobels Erzählungen von Kritikern beschrieben. Die Menschen auch in seinen neuen Geschichten sind entsetzlich genervt voneinander, und diese Gereiztheit steht jeweils knapp vor einer beängstigenden Entladung. Die lethargischen, schweigsamen (oder sprechfaulen?) Helden dieser Texte leben fast ausschließlich in ihren kleinen Häuschen, nicht in der Stadt, nicht am Land, sondern in der Region dazwischen; es gibt den kleinen oder größeren Garten, es gibt die obligatorische Garage, es gibt Nachbarn und es gibt Kinder. Und das Ergebnis ist das schiere Gegenteil von Idylle: Vorwürfe, Aggressionen, Misstrauen, viel Unausgesprochenes und Geheimnisse, die Strobel seinen Personen ohnehin belassen würde, da er ihnen so wenig nahetritt, wie diese Personen Distanz zueinander halten.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 19.05.2015

Georg Renöckl hangelt sich an dem dünnen Faden der kaum ein paar Seiten lange Erzählungen von Bernhard Strobel entlang - mit erstaunlichem Gewinn! Was sich in der dystopischen Wüste österreichischer Vororte ereignet, kann ihm der Autor über wenige, immer wieder neu variierte Zutaten vermitteln. Dass vieles in den Texten um getrimmte Hecken und gehörnte Ehemnänner, um haarscharf umschiffte Totalkatastrophen und Glück als Bedrohung nur angedeutet bleibt, stört Renöckl nicht. Im Gegenteil, das Unausgesprochene, die Lakonie und die "boshafte Empathie" und des Autors befördern den Schrecken für den Rezensenten nur noch mehr.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.02.2015

Tief in die menschlichen Abgründe gerät Beate Tröger mit Bernhard Strobels Erzählungen. Das ästhetische Programm des Autors, schnörkellos minimalistisch Alltägliches zu beschreiben, überzeugt sie durch seine Konsequenz und den daraus entstehenden Sog. Dass sich beim Erzählen gut auf Effekte verzichten lässt, erkennt die Rezensentin hier und wie sich mit wenigen Mitteln und einer "geschliffenen" Sprache eine in Bann ziehenden Atmosphäre der Bedrohung erschaffen lässt, die buchstäblich an die Substanz geht.
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