In diesem Buch spielt das Meer eine zentrale Rolle: Er und Sie, ein Paar, das mit gutem Grund an das Liebespaar in Wie im Siebenten erinnert, sind für eine Woche in einem kleinen Dorf in Schottland am Meer aber Er hat seinen Fotoapparat vergessen und ist daher gezwungen, seine Tage am Meer mit Sätzen zu fotografieren. Daraus entsteht nun sowohl ein Fotoalbum mit haikuartigen, sehr prägnanten Bildern, als auch "eine Novelle (in 3 x 77 Bildern)". Und die unerhörte Begebenheit, nach der eine Novelle definitionsgemäß verlangt? Was ist unerhörter als das Entstehen und Heranwachsen eines Babys! Die Frau des Erzählers ist schwanger und der werdende Vater, bei aller Liebe, entsprechend unruhig. Entstanden ist aber kein Buch über eine Schwangerschaft oder über das Wetter in Schottland, nein, "Du bist mein Meer" ist im selben Maße ein Buch über die Literatur, wie es ein Buch über das Leben ist.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 10.12.2011
So richtig anfreunden konnte sich Rezensent Samuel Moser nicht mit dieser Novelle, die aus 231 Skizzen besteht. Es gibt einen Mann, seine schwangere Frau und das Meer. Der Mann scheint sich die ganze Zeit beim Beobachten zuzugucken. Er ist ein Philosoph, meint Moser. Das ist gut. Aber diese poetologischen Übungen findet er doch ein wenig zu "trocken". Wo doch das Meer so nah ist.
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