Antonio Ortuño

Die Verbrannten

Roman
Cover: Die Verbrannten
Antje Kunstmann Verlag, München 2015
ISBN 9783956140556
Gebunden, 256 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Aus dem Spanischen von Nora Haller. Santa Rita, ein unbedeutendes Kaff im Süden Mexikos. In einer Notunterkunft für zentralamerikanische Flüchtlinge auf dem Weg in die USA wird ein Feuer gelegt, dem zahlreiche Männer, Frauen und Kinder zum Opfer fallen. Irma, genannt La Negra, wird zur Untersuchung des Vorfalls zum lokalen Büro der Nationalkomission für Migration geschickt. Dort sind ihre Nachforschungen wenig willkommen und in einem Klima der Angst ist keiner der Überlebenden bereit, zu den Ereignissen in der Nacht des Anschlags auszusagen - bis auf die zwanzigjährige Yein, die zu Irmas einziger Zeugin wird. Doch in einem Land, wo Zentralamerikaner allenfalls als Menschen zweiter Klasse betrachtet werden und wo Behörden, Polizei und kriminelle Banden gemeinsam ein zynisches Geschäft betreiben, das noch den letzten Peso aus den Flüchtlingen herausquetscht, kann es tödliche Folgen haben, den Dingen auf den Grund zu gehen.

Im Perlentaucher: Nicht gefangen, aber auch nicht frei

"Die Verbrannten" ist grandioser Kriminalroman, böse Groteske und kluge Reflexion in einem, vor allem jedoch eine bittere Anklage gegen ein moralisch bis auf die Knochen korrumpiertes Mexiko. Thekla Dannenberg in Mord und Ratschlag

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.11.2015

Ana Maria Michel befürchtet, dass das Mexiko, das Antonio Ortuño in seinem vierten Roman beschreibt, gar nicht so weit weg ist. Wenn bei Ortuño mexikanische Schlepper ihre "Beute" brutal quälen und ermorden, denkt sie an die Flüchtlinge dieser Welt. Wenn die Behörden bei Ortuño wegsehen, ebenso. Von der Hölle an der Grenze zwischen Mexiko und den USA erzählt der Autor laut Michel vielstimmig und schließlich grotesk splattermäßig à la Tarantino. Lesenswert, meint sie.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 10.11.2015

Es ist ein grausiges Mexiko, das Ralph Hammerthaler in Antonio Ortuños Roman erlebt, eine brutale Welt, in der Kriminelle, Polizisten und andere Staatsbeamte Geschäfte machen, um möglichst viel Profit aus den Flüchtlingen zu schlagen, die aus Honduras und El Salvador durch das Land kommen, auf ihrem Weg in die USA. Eine von ihnen ist die Honduranerin Yein, die nach einer Anzahl von erlittenen Misshandlungen und Demütigungen Rache zu nehmen beginnt, wie Hammerthaler erzählt, der zudem gerissenen Frauen und etlichen heruntergekommenen Männern begegnet ist, sich aber nicht zu einem abschließenden Urteil durchringen kann.

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