Juan Pablo Villalobos

Ich hatte einen Traum

Jugendliche Grenzgänger in Amerika
Cover: Ich hatte einen Traum
Berenberg Verlag, Berlin 2018
ISBN 9783946334408
Gebunden, 112 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Aus dem Spanischen von Carsten Regling. Sie leben "im Kühlschrank" - so nennen die Kinder aus Mittel- und Lateinamerika die kargen Räume in den Gefängnissen und Auffangzentren der USA. Oft haben sie eine lebensgefährliche Reise hinter sich, die viele ihrer Gefährten nicht überlebten. Juan Pablo Villalobos hat sie befragt und ihre Geschichten aufgeschrieben. Es sind Kinder aus Guatemala, aus Honduras, Salvador, Mexiko, die ganz allein die Reise in das gelobte Land im Norden antraten, getrieben von Gewalt und zerstörten Familien. Sie alle träumen den gleichen Traum von einem Leben in Geborgenheit. Und sie alle haben bereits eine Geschichte über sich ergehen lassen, von der manche Erwachsene nicht einmal träumen mögen.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 06.09.2019

Rezensentin Eva Karnofsky ist beeindruckt von Juan Pablo Villabos' "erschütterndem" Buch. Der mexikanische Schriftsteller erzählt auf der Basis von Interviews von den Schicksalen Jugendlicher, die aus verschiedenen Ländern Mittelamerikas (oft vor den dort herrschenden brutalen Jugendbanden oder vor Armut) in die USA geflüchtet sind. Obwohl dieses Thema laut Rezensentin in Literatur und Film schon breit vertreten und daher keineswegs unbekannt ist, gelingt Villabos hier eine besonders authentische Darstellung, lobt Karnofsky, was sie vor allem darin begründet sieht, dass der Autor überwiegend die Ich-Perspektive und die schlichte Sprache der interviewten Kinder und Jugendlichen beibehalten hat. Sie verweist außerdem lobend auf das informative Nachwort eines spanischen Journalisten, das zusätzliche Fakten liefere. Insgesamt eine "traurige Zustandsbeschreibung" der desolaten Situation in Mittelamerika und eine Lektüre, die auch wegen der Übertragbarkeit auf die Flüchtlingsschicksale von Syrern oder Afghanen empfehlenswert ist, so Karnofsky.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 04.01.2019

Eva-Christina Meier scheint tief berührt von diesem Buch des Schriftstellers Juan Pablo Villalobos. Der Autor versammelt darin zehn zu Erzählungen ausgebaute Erlebnisberichte von Kindern und Jugendlichen, die vor der Drogen- und Bandenkriminalität in ihrer Heimat Mittelamerika in die USA geflüchtet sind. Deutlich wird für Meier nicht nur die Gefährlichkeit der Flucht, sondern auch die bedrückende Lage in den Herkunftsländern. Überzeugend nimmt der Autor die Perspektive seiner kleinen Helden ein und erzählt von einer großen Tragödie, erklärt Meier.

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