Faschistische Aufmärsche, Rassismus und Gewalt gegen Geflüchtete sind immer mehr an der Tagesordnung. So sehr diese Phänomene erschrecken, seien sie aber weniger gefährlich als die weniger offensichtlichen, so Antonio Scurati. Vielmehr schaden die Akteure den Demokratien, die populistisch auftreten. Sie reduzieren das politische Leben auf Gefühle, vor allem Angst und Groll, und vereinfachen die komplexe Realität demokratischer Gesellschaften. Dabei folgen sie bewusst oder unbewusst dem Führungsstil Benito Mussolinis. Warum und wie dieser Stil extremen Kräften den Weg bereitet, erläutert Scurati in seinem fesselnden Essay.
Antonio Scurati erläutert in diesem Buch laut Rezensentin Maike Albath die Motivation hinter seiner eigenen, noch unabgeschlossenen Romanserie, die sich mit dem Aufstieg und Fall des italienischen Faschismus beschäftigt. Der auf einem mündlichen Vortrag basierende und eingängig geschriebene Text fasst Scuratis zentrale Überlegungen zum Thema zusammen, die darauf hinauslaufen, so Albath, dass die Italiener den Faschismus nicht angemessen verstehen, weil sie ihn nur aus der Perspektive des Antifaschismus betrachten, aber verdrängen, dass der Faschismus in Italien erfunden wurde und außerordentlich populär war. Scurati beschreibt auch die außerordentliche Anpassungsfähigkeit des italienischen Faschismus, unter anderem geht es um Musolinis Talent, Sprache zu Slogans zu verkürzen, stets passende Sündenböcke ausfindig zu machen und die Gesellschaft auf unauffällige Art zu lenken. Manches hätte er für die Rezensentin durchaus etwas genauer erklären können, doch insgesamt ist ihm ein relevanter Beitrag zum Kampf auch gegen aktuelle Populismen gelungen, lobt sie.
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