Aus dem argentinischen Spanisch von Silke Kleemann. Ramiro, Zeuge bei der Gerichtsverhandlung gegen den vermeintlichen Brandstifter Li, wird in das chinesische Viertel von Buenos Aires entführt. Mehr Gast als Geisel lernt er eine völlig neue Kultur kennen und verliebt sich in die hübsche Chinesin Yintai, die ihm mit ihren Liebesspielen und ihren Reden für eine chinesische Vormachtstellung in der Welt die Sinne raubt. Dieser komische Roman führt den Leser in die Wunderwelt chinesischer Miniläden, ins Chinatown von Buenos Aires, und ist eine der witzigsten Liebeskomödien der letzten Zeit. Die ganze Stadt sucht einen mysteriösen Brandstifter, Fosforito (das Streichhölzchen) genannt, der, so das Gerücht, nach seinen Untaten immer auf einem Fahrrad flüchten soll - er ist ja ein Chinese. Li passt genau ins Bild, und so wird er verhaftet. Bei seiner Verurteilung nimmt er eine Geisel, den Computerfreak Ramiro. Er entführt ihn ins Chinesenviertel von Buenos Aires, und zwischen den beiden entwickelt sich eine Freundschaft.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.09.2010
Doch, doch, Florian Borchmeyer muss es zugeben, unterhaltsam sind die vielen Sprachspiele in "neodadaistisch-oulipistischer" Tradition durchaus, die Ariel Magnus in seinem Roman um einen vermeintlichen chinesischen Brandstifter entfesselt, der einen Zeugen aus dem Gerichtssaal entführt und diesen in die chinesischen Community von Buenos Aires verschleppt. Unbehaglich ist dem Rezensenten aber dennoch, nicht so sehr wegen der politischen Unkorrektheit von Magnus' Witzen über "Schlitzaugen" oder übers "Hundekochen" - allerdings ist er sich sicher, dass dergleichen übertragen auf afrikanische Einwanderer beispielsweise sicherlich Empörung ausgelöst hätte. Nein, er zweifelt, ob eine derartige Lawine von Kalauern, Sprachspielereien und lustigen Dialogen ein "tragfähiges" Romanskelett abgibt, und kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass es sich bei diesem Buch doch eher um einen "aufgeblasenen Studentenscherz" handelt.
Offenbar prima unterhalten hat sich Eva-Christina Meier mit dem dritten Roman des argentinischen Autors Ariel Magnus, der dafür, wie sie wissen lässt, den bedeutenden kolumbianischen Literaturpreis "La otra orilla" erhielt. Magnus hat sich, so informiert die Rezensentin, von einer Zeitungsnotiz über die Verhaftung eines chinesischen Brandstifters zu seiner Geschichte inspirieren lassen, die tief in die chinesische Parallelwelt von Buenos Aires eintaucht. Bei Magnus entführt der Brandstifter im Gericht einen "Computer-Nerd", damit der seine Unschuld beweisen soll, und der in seiner Gefangenschaft in die ihm völlig fremde Welt der Chinesen in Buenos Aires gerät, wo er sich zu seiner Verblüffung sehr wohl fühlt. Besonders witzig findet Meier, wie der Autor mit den vielen Klischees über Chinesen und Argentinier spielt und mit dem entführten Protagonisten lösen sich der faszinierten Rezensentin nicht wenige kulturelle Rätsel.
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