Guillermo Saccomannos

Der Angestellte

Roman
Cover: Der Angestellte
Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln 2014
ISBN 9783462045987
Gebunden, 192 Seiten, 18,99 EUR

Klappentext

Aus dem Spanischen von Svenja Becker. Ein Großraumbüro in Buenos Aires: Was bedeutet Glück an einem Ort, an dem Menschen tagtäglich bestohlen, bedroht, erschossen oder in die Luft gejagt werden? An einem Ort, wo es Werte wie Sicherheit und Geborgenheit nicht gibt? An einem Ort, wo selbst der Mikrokosmos der Familie von Hass durchdrungen ist? Mit diesen Fragen beschäftigt sich "Der Angestellte" und er kommt zu dem Schluss, dass es nur eine Antwort geben kann: sich aufzulösen. Zusammen mit seiner heimlichen Liebe, der Sekretärin des Chefs, will er aussteigen, das System ausbeuten und verlassen. Doch nichts läuft so, wie der Angestellte es geplant hat. Er muss erkennen, dass nicht das Individuum den Lauf der Dinge bestimmt, sondern eine Allmacht, die er nicht bezwingen kann.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 19.07.2014

Etwas zu kontrast- und entwicklungsarm erscheint Maike Albath Guillermo Saccomannos Roman dann doch. Schließlich befindet sich die Hauptfigur, ein aus dem Ruder laufender Büroangestellter zwischen Barbarei und Triebhaftigkeit, von Anbeginn in der Hölle, meint sie. Diese Hölle allerdings vermag ihr der Autor in kafkaesker Parabelhaftigkeit mit aller Ruhe, jeder Menge suggestiver Bilder und in großer stilistischer Geschlossenheit nahezubringen. In Saccomannos Gestaltung der Apokalypse erkennt Albath Einflüsse der Argentinier Arlt und Oesterheld. Wäre die leichte Überpointierung nicht, Albath wäre noch mehr begeistert von all den einprägsamen Szenen im Buch und den vom Autor sowohl altmodisch wie hochmodern gestalteten Räumen seiner Dystopie.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 26.06.2014

Ein Buch für starke Nerven hat Ralph Hammerthaler zu annoncieren. Guillermo Saccomannos Roman erinnert den Rezensenten an Kafka "auf einem apokalyptischen Trip". Was bedeutet, dass Hammerthaler mehr darin erkennt, als einen Action-Roman, weil diese harte Prosa mit ihren kurzen Sätzen und Kapiteln ihn kühl anweht, grell manchmal, doch vor allem kalt, sodass sich der Rezensent mitunter nach etwas Lebendigem, Überraschendem, Trost vielleicht, sehnt. Doch das lässt diese Endzeitgeschichte, die Hammerthaler übrigens grandios übersetzt findet, nicht zu.

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