Aus dem Russischen von Olaf Kühl. Ein Soldat der U.S. Army, der offen über die amerikanische Folterpraxis im Irak spricht. Ein Terroristenführer im Kaukasus, der seinen schwer verwundeten Gegner, einen Glaubensgenossen, rührend pflegt, aber bei dessen ungläubigen Kameraden keine Gnade kennt. Oder der Gefangene, der sich freiwillig zum Strafbataillon meldet, um den unmenschlichen Verhältnissen zu entkommen. Der Krieg trifft die Menschen radikal, zerstört oft auch die, die ihn überleben, seit jeher und überall. Es ist das Bild einer kriegsversehrten Menschheit, das Arkadi Babtschenko in seinen Texten zeichnet.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 26.08.2014
Arkadi Babtschenko Kriegsroman "Ein Tag wie ein Leben" ist nichts für zarte Gemüter, warnt Ulrich M. Schmid, der Autor verfüge über eine sprachliche Wucht, die das Grauen des Krieges sehr nachhaltig vor Augen führe. Nach seinem Roman über den Tschetschenienkrieg widmet sich Babtschenko nun dem Feldzug gegen Georgien, und wie der Rezensent klarstellt, geht es ihm nicht um die Legitmität des Krieges - Babtschenko sei russischer Patriot und Heldentum für ihn keine leere Floskel -, sondern um die Gleichgültigkeit gegenüber dem Sterben der Soldaten, ihrem Leid vor, während und nach dem Kampf. Sehr moralisch findet Schmid das, und sehr eindringlich erzählt.
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