Arthur Koestler

Sonnenfinsternis

Roman. Nach dem deutschen Originalmanuskript
Cover: Sonnenfinsternis
Elsinor Verlag, Coesfeld 2018
ISBN 9783942788403
Gebunden, 256 Seiten, 28,00 EUR

Klappentext

Mit einem Vorwort von Michael Scammel und Nachwort von Matthias Weßel. Koestlers weltberühmter Roman über den einstigen Volkskommissar Rubaschow, der den politischen Säuberungen innerhalb seiner eigenen revolutionären Partei zum Opfer fällt und in gnadenlosen Verhören zur Strecke gebracht wird, spielt auf die stalinistischen Schauprozesse der 1930er-Jahre an und deckt die Mechanismen totalitärer und diktatorischer Systeme auf. Der Roman entstand 1939 in Frankreich. Die von Koestlers damaliger Lebensgefährtin angefertigte (und teilweise unzulängliche) Übersetzung erreichte den Londoner Verleger gerade noch rechtzeitig vor dem Einmarsch der Deutschen in Paris; das deutsche Originalmanuskript aber ging verloren. Koestler selbst übersetzte den eigenen Roman später anhand der englischen Ausgabe zurück ins Deutsche. 2015 sorgte der Kasseler Germanist Matthias Weßel für internationales Aufsehen, als er das verschollene Original in einer Zürcher Bibliothek aufspürte. Die Originalfassung liegt hier erstmals öffentlich vor; ein Vorwort des renommierten Koestler-Biografen Scammell, ein Nachwort von Matthias Weßel und weitere textkritische Materialien ermöglichen einen Vergleich mit der bisher bekannten Fassung. - Gefördert wird das Projekt von der Kunststiftung NRW.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 29.06.2018

Lothar Müller erzählt die Publikationsgeschichte von Arthur Koestlers erstmals 1940 auf Englisch erschienenem Roman und davon, wie der Germanist Matthias Weßel vor drei Jahren das deutsche Originaltyposkript entdeckte, das Grundlage der vorliegenden Ausgabe ist. Das Nachwort informiert den Rezensenten über die philologischen Befunde. Als Hauptverdienst erkennt Müller, dass die Ausgabe den Text aus dem Wahrnehmungshorizont des Kalten Krieges löst und in die Zeit seiner Entstehung zurückversetzt. Sichtbar wird für den Rezensenten ein Buch der deutschsprachigen Exilliteratur. Der Held Rubaschow, erklärt Müller, erscheint als Opfer sowohl des sowjetischen wie des nationalsozialistischen Systems.

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