Astrid Seville

Der Sound der Macht

Eine Kritik der dissonanten Herrschaft
Cover: Der Sound der Macht
C.H. Beck Verlag, München 2018
ISBN 9783406727221
Gebunden, 192 Seiten, 14,95 EUR

Klappentext

Die Bundeskanzlerin erklärt ihre Entscheidungen für "alternativlos". Der Finanzminister fordert andere dazu auf, "ihre Hausaufgaben zu machen". Und gebetsmühlenartig versichern Politiker nach Wahlniederlagen, "die Sorgen der Bürger künftig ernst zu nehmen". Das ist der "Sound der Macht", den niemand mehr hören mag. Viel zu lange haben unsere Politiker mit ihren Phrasen notwendige gesellschaftliche Debatten über politische Zukunftsentwürfe schon im Keim erstickt. Das schlägt nun wie ein Bumerang auf sie zurück: Die Politikverdrossenheit ist einem wütenden Anreden gegen die Politik gewichen, einer toxischen Gegensprache, in der diffamiert, gehetzt und gelogen wird. Die etablierten Parteien reagieren hilflos auf diese Entwicklung. Sie wollen die Menschen wieder abholen, wo sie sind, und machen sich die Ressentiments ihrer populistischen Jäger selbst zu Eigen. Die Politikwissenschaftlerin Astrid Séville plädiert in ihrem Buch für eine neue demokratische Streitkultur und fordert von unseren Abgeordneten den Mut, sich dem Verfall der politischen Sprache in Deutschland offensiv entgegenzustellen - notfalls auch mit der Konsequenz, abgewählt zu werden.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.11.2018

Philip Manow kanns nicht fassen. Will Astrid Séville uns allen Ernstes weismachen, beim Bexit wie auch bei der Euro- und der Flüchtlingskrise ginge es wesentlich um Kommunikationsprobleme, um den Mangel an einer geeigneten politischen Sprache? Es schaut ganz so aus, befürchtet Manow. Nicht etwa handfeste Interessenkonflikte oder auch wirtschaftspolitisches Fehlverhalten sind also die Ursachen? Manow reibt sich verblüfft bis verärgert die Augen. Auch, weil ihm die Autorin alles andere als sattelfest in Sachen Sprachkritik zu sein scheint und allzu unbekümmert in die Metaphernkiste greift. Lektor, übernehmen Sie!

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 18.09.2018

Wolfgang Hellmich lernt bei der Politikwissenschaftlerin Astrid Séville, dass es in der Politik auf den Sound ankommt. Auch wenn er das Buch konzeptionell nicht ganz überzeugend findet und ihm manche Worthülse auffällt, scheint ihm der Blick auf die Sprache von Merkel und Co. belebend und sensibilisierend. Dass die Autorin die Reden der Kanzlerin monoton, kraft- und visionslos findet, kann er gut verstehen. Merkel-Freunde könnten sich allerdings düpiert fühlen, warnt der Rezensent, denn die Autorin lässt kein gutes Haar an der Kanzlerin. Und wenn die Politologin gar Parteien verzichtbar findet, muss der Rezensent selbst schlucken.

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