Aus dem afghanischen Persisch von Susanne Baghestani. Eine zarte Liebesgeschichte und die beeindruckende Schilderung eines Frauenschicksals im Islam aus dem Blickwinkel eines Mannes.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 09.07.2003
Der Rezensent Carsten Hueck ist beeindruckt von diesem neuen Roman des afghanischen Autors Atiq Rahimi und nutzt seine Rezension für ein kleines Porträt des Autors und einen Rückblick auf dessen Debüt, das von Gewalt und Vergeltung handelte. Der neue Roman geht in eine ähnliche Richtung, er spielt während der sowjetischen Besatzung in Kabul, die entworfenen Szenarien sind düster. Für diese Form von literarischer "Trauerarbeit" finde Rahimi durch "zwei gegenläufige Erzählfäden" eine ebenso adäquate wie "behutsame" Erzählform: "Farhads Bewusstseinsdämmerung, Erinnerungen und Phantasmen kontrapunktieren die retrospektive, sachliche Schilderung der vorausgegangenen, äußeren Ereignisse". Rahimi glaubt an die heilende Kraft der Sprache, deshalb engagiert er sich auch für ein Schriftstellerzentrum in Kabul - der Rezensent kann sich ihm nur anschließen. Nur die Poesie der persischen Dichtung, die Rahimi immer wieder aufgreift, lässt einen Hoffnungsschimmer zu, denn sie "erinnert inmitten bedrückender Verhältnisse an den Reichtum menschlicher Empfindungs- und Ausdrucksformen".
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