"Biosecurity" - hinter diesem Schlagwort verbirgt sich ein komplexes sicherheitspolitisches Konzept, das seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 in vielen Schattierungen Eingang in unseren Alltag gefunden hat. Die Kulturwissenschaftlerin und Ärztin Petra Dickmann beleuchtet die Bedrohung durch biologische Waffen und möglichen Missbrauch biomedizinischen Wissens im Hinblick auf ihre gesellschaftlichen Auswirkungen. Ihre Analyse wirft ein Schlaglicht auf die biopolitischen Hintergründe der Debatten und beschreibt, wie entsprechende Restriktionsversuche zu einer asymmetrischen Kommunikation führen, die letztlich eine filigrane Militarisierung des öffentlichen Forschungssektors nach sich zieht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.05.2012
Klingt ziemlich unheimlich, was Manuela Lenzen hier als Resümee ihrer Lektüre präsentiert. Es wird immer mehr an Erregern geforscht, die als Biowaffe denkbar wären - damit man die nötigen Gegengifte ermitteln kann. Die Resultate der Forschung werden zensiert, damit sie nicht in die Hände von Terroristen geraten. Genau diese Zensur aber, so die Rezensentin, erscheint in den Ausführungen Dickmanns gerade als Problem - weil so der Öffentlichkeit jede Kontrolle über die Forschung entgleitet. Und dies hat alle möglichen Konsequenzen: etwa die Militarisierung der Forschung bei gleichzeitig abnehmender Transparenz der Vergabe von Mitteln. Gleichzeitig erahren wir von Lenzen, die das Buch nachdrücklich zur Lektüre empfiehlt, dass hochgefährliche Gifte im Alltag (etwa in Form von Zierplanzen) kursieren und nur in der richtigen Weise zerstäubt werden müssen, um gewaltigen Schaden anzurichten. Oh je, wohin sollen wir auswandern?
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