Barbara Bronnen

Das Monokel

Roman
Cover: Das Monokel
dtv, München 2000
ISBN 9783423242257
Taschenbuch, 375 Seiten, 16,36 EUR

Klappentext

Barbara Bronnen begibt sich auf Spurensuche nach ihrem berühmt-berüchtigten Vater Arnolt Bronnen, der gleichzeitig ein Freund von Bert Brecht war und eine Geliebte mit Goebbels teilte. In Auschwitz, Annaberg, Ostdeutschland und Berlin entfaltet sich dabei ein deutsches Schriftstellerleben.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 22.02.2001

Wie oft Barbara Bronnen denn noch das Leben ihres Vaters, des "skandalumwitterten" Schriftstellers Arnold Bronnen in ihren Büchern verarbeiten will, fragt Hans Christian Kosler zunächst etwas irritiert, um dann diesem Roman wegen seines veränderten Blicks auf die Figur des Vaters zuzugestehen, durchaus "interessant" zu sein. Kosler hält der Autorin zugute, die "Widersprüche" in der Persönlichkeit Arnold Bronnens - er sympathisierte eine Zeitlang mit den Nazis und verleugnete seinen eigenen jüdischen Vater - nicht vertuschen zu wollen und in ihrem Buch weder zu "glätten" noch über "Schwierigkeiten" hinwegzugehen. Wenn der Roman auch so manche "Schwäche" habe - der Rezensent findet die Figur des Bruders nicht überzeugend gezeichnet und erkennt Mängel in den Dialogen und dem mitunter "allzu forschen Vokabular" - wiegt der Inhalt für ihn diese Mängel auf, und er lobt die Autorin dafür, aus dem allgemein verurteilten und umstrittenen Autor wieder einen "erratischen Block" gemacht zu haben.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 09.02.2001

Nach Hiltrud Häntzschel hat die Autorin hier eine Chance vertan, "ihren hochgeschraubten Anspruch unterhaltend einzulösen". Vom Konzept dieses Romans zeigt sich die Rezensentin zwar durchaus angetan, doch was sie am meisten an diesem Buch stört, ist der flockige Jargon der beiden Reisenden, der `geile Sound`. Häntzschel zitiert dafür einige einleuchtende Beispiele, etwa wenn Barbara Bronnens Bruder Andreas von `unheimlich süßen, niedlichen Püppchen` redet oder den Krieg im Iran 1985 mit `Uff! Paff! Wow!` kommentiert. Auch die "großen leeren Phrasen über die Ideologien des Jahrhunderts", die während der Reise im Übermaß geäußert würden, treffen in keinster Weise den Geschmack der Rezensentin. Doch besonders genervt zeigt sie sich von der "pseudozeitgeistig und infantil angelegten" Figur des Andreas - obwohl man ihrer Rezension entnehmen kann, dass die übrigen Personen in ihrem Urteil nicht wesentlich besser abschneiden.

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