2 CDs, 141 Minuten. Ungekürzte Ausgabe. Herausgegeben von Jan Philipp Reemtsma. Gesprochen von Bernd Rauschenbach, Jan Philipp Reemtsma und Joachim Kersten. Arno Schmidt über Brockes: "Sein eigentliches Verdienst ist, daß er am frühesten und konsequentesten, unbeirrbar und zähe, bis an die eine Grenze des Realismus vorschritt: in einer Zeit, die als Poesie nur das blutig-steife Heldengedicht, die 'Haupt- und Staatsaktion', oder bestenfalls noch das Kirchenlied gelten lies, ist sein Werk völlig menschenleer." Jan Philipp Reemtsma über Brockes: "Brockes ist fasziniert von Variationen und Spiegelungen. Bei den roten Blumen entzückt ihn die Variation des Rot, bei Blumen am Bachrand die Fülle der Farben in den Grünvariationen - und daß sie sich im Bach spiegeln. Wenn er sich Gedanken macht, ob die Welt, wenn man sie durch eine rote Glasscheibe ansieht, nicht vielleicht ebenso "richtig" aussehe, und was da schon "richtig" heißen könne - so fällt ihm rechtzeitig ein, daß unser normaler Blick darum (jedenfalls für unseren Planeten) der richtige sein muß, weil wir weniger einförmig sehen. Daß eine Seifenblase darum eigentlich das Gleichnis für Schönheit - und die Welt - schlechthin wird, ist einzusehen."
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.12.2015
Alexander Kosenina lobt sich Arno Schmidt als trefflichen Conferencier in Heinrich Brockes lautmalerischem naturkundlichem Lyrikkabinett. Für Kosenina ist Brockes der Linné der Lyrik, und in Schmidt hat er seinen Interpreten gefunden, meint der Rezensent. Die Höredition von Schmidts Einlassungen zu Brockes von1955 verdeutlicht Kosenina, wie gut Schmidts präzise Diktion zu Brockes Stockrealismus und seinem unterkühlten Humor passt. Das lässt sich besser hören als lesen, versichert er.
Rezensent Alexander Cammann weiß auch nicht, wer alles noch Arno Schmidt kennt. Und erst Barthold Heinrich Brockes! Mit diesem Hörbuch jedenfalls ist ein Kennenlernen möglich, versichert Cammann. Wenn Jan Philipp Reemtsma, Joachim Kersten und Bernd Rauschenbach Schmidts Essay über den Dichter Brockes neu aufnehmen und Brockes Lyrik rezitieren und mit Musik unterlegen, spürt Cammann eine Wucht und eine expressive Farbenfrohheit, die ihm Spaß machen.
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