Aus dem Französischen von Claudia Steinitz und Tobias Scheffel. Der erotische Roman geht der Frage nach, wo ist mein Platz in der Welt, wenn ich nicht der Norm entspreche? Und - wie kann die große Kakophonie, das lärmende Chaos unserer grausamen, nur von Gier gezeichneten Realität dennoch zu einer Befriedung, zu einer Ordnung des Wunderbaren, des großen Schweigens finden? Meisterlich hält dabei die Komponistin Jaumette die Fäden in der Hand, sie macht den von Hyperakusis befallenen Jodel nicht nach ihrem Körper, sondern ihren Kompositionen süchtig.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 19.06.2020
Rezensent Alex Rühle lernt einen Grenouille des Hörens kennen in diesem im französischen Original bereits 2009 erschienenen Roman von Belinda Cannone. Aber anders als Süßkinds Held ist Jodel, so der Name des an Hyperakusie leidenden Protagonisten von Cannone, ein "Melancholiker", der sich der Welt gern entzieht, informiert der Kritiker. Eine zarte Geschichte liest er hier, deren Lektüre schon lohnt, weil Cannone Geräusche so exzellent zu beschreiben vermag (Sex, geschildert von einem Hyperakustiker!), aber auch, weil die Geschichte um Weltflucht und Beziehungen zwischen Außenseitern von Claudia Steinitz und Tobias Scheffel großartig übersetzt wurde, versichert der Rezensent. Dass die Figuren gelegentlich etwas "orchideenhaft-sonderlingös" wirken, verzeiht er angesichts dieses "originellen" und wunderbar leisen Plädoyers für das Öffnen der Ohren gern.
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