Berit Wagner

Bilder ohne Auftraggeber

Der deutsche Kunsthandel im 15. und frühen 16. Jahrhundert. Mit Überlegungen zum Kulturtransfer. Diss.
Cover: Bilder ohne Auftraggeber
Michael Imhof Verlag, Petersberg 2015
ISBN 9783865686275
Gebunden, 352 Seiten, 69 EUR

Klappentext

Mit 227 SW- und 9 Farbabbildungen. Der freie Kunstmarkt zwischen 1400 und 1530 ist im Unterschied zum Auftraggebermarkt noch wenig erforscht. Ziel der Untersuchung ist es, diesem Desiderat zu begegnen und das in Qualität und Differenzierung komplexe Angebot kursierender Kommerzbilder aufzuzeigen. Einerseits beleuchtet die Studie die Strategien der Akteure des Kunsthandels: neben denen der Kaufleute oder sogenannten Abenteurer zuallererst die der Maler und Bildschnitzer. Dass sich unter den kommerzorientierten Künstlern auch namhafte Vertreter wie Albrecht Dürer oder Veit Stoss befanden, wirft ein Schlaglicht auf das emanzipatorische Potential des expansiven Kunsthandels im Behandlungszeitraum. Andererseits wird den topographischen Verortungen und Modalitäten des Kunsthandels in ausgewählten Städten und Wallfahrtsorten nachgegangen. Dabei wird der Kunsthandel nicht nur als Summe von Partikularinformationen aufgefasst, sondern in den Zusammenhang der Kulturtransferforschung gestellt. Folglich führt der abschließende Teil der Studie die Rolle der mobilen Marktbilder als bislang wenig beachtete Transferkategorie im künstlerischen Austauschprozess vor Augen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.09.2015

Überraschend aktuell erscheint Rezensent Roland Krischel Berit Wagners nun veröffentlichte Dissertation "Bilder ohne Auftraggeber". Denn mit Blick auf die Debatte um den Kulturgutschutz liest er hier umso interessierter nach, wie emotional der Kunsthandel bereits im fünfzehnten und sechzehnten Jahrhundert diskutiert wurde. Krischel erfährt hier nicht nur, wie diverse Zünfte schon früh Maßnahmen ergriffen, um den ausufernden kommerziellen Kunsthandel einzudämmen, sondern folgt auch aufmerksam Wagners Entdeckung der frühesten Messe an der Frankfurter Dom- und Hauptpfarrkirche St. Bartholomäus. Allerdings hätte sich der Rezensent ein sorgfältiges Lektorat gewünscht, das nicht nur redundante und ausufernde Passagen kürzt und Flüchtigkeitsfehler korrigiert, sondern auch einen Index hinzufügt.

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