Aus dem Französischen von Angela Sanmann. Bernard Noël erweckt in diesem fiktiven Monolog die Gedankenwelt der Schauspielerin Anna Magnani (1908-1973) zum Leben. Der Text von hoher poetischer Dichte und Intensität ist eine unablässige Selbstbefragung der Schauspielerin vor ihrem Tod. Anna spricht. Ein letztes Mal. Sie träumt, erinnert sich. Läßt den Bilderreigen ihres Lebens vor dem inneren Auge vorüberziehen. Sie reißt sich die Maske vom Gesicht und vertreibt so ihre Doppelgängerinnen, die sie auf der Bühne verkörpert hat. Was hat der Ruhm aus ihr gemacht? Eine Diva? Eine Hydra? Ein Tausendschön?
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 15.04.2008
Wirklich dankbar ist Georg Renöckl dem Verlag Matthes & Seitz, dass er sich endlich des Werks Bernhard Noels angenommen und zumindest den ersten von mehreren fiktiven Monologen berühmter Franzosen in deutscher Übersetzung herausgegeben hat. Darin blickt die sterbende Schauspielerin Anna Magnani auf ihr Leben zurück und lehnt sich nicht nur gegen den Krebs, sondern auch gegen das Verschwinden der eigenen Identität hinter ihrem Schauspielerinnen-Ich auf - beides vergeblich, wie der Rezensent klarstellt. Noels Porträt zeigt hinter der schillernden Fassade der Berühmtheit eine einsame und zunehmend bittere Frau, stellt der Rezensent berührt fest. Die deutsche Übersetzung findet er, abgesehen von einem Fauxpas, insgesamt recht geglückt.
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