Der neue Kulturkampf
Wie eine woke Linke Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft bedroht

Herder Verlag, Freiburg im Breisgau 2024
ISBN
9783451397103
Kartoniert, 272 Seiten, 20,00
EUR
Klappentext
Identitätspolitik, Cancel Culture und Wokeness - was an den Universitäten begann, beeinflusst mittlerweile breite Teile der Gesellschaft. Angetreten, um gegen Rassismus und Diskriminierung zu kämpfen und sich für Demokratie und Zusammenhalt einzusetzen, bewirkt eine woke Linke das genaue Gegenteil. Mit Sprachregelungen oder der Tabuisierung gesellschaftlicher Missstände verhindert sie eine offene demokratische Auseinandersetzung. Susanne Schröter, oft genug selbst Ziel woker Angriffe, analysiert die Ideologie der woken Linken und beschreibt, wie diese versucht, in zentralen Bereichen der Gesellschaft die Deutungshoheit zu erobern.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.09.2024
Susanne Schröters Ausführungen zur "woken Ideologie" kann Rezensentin Ronya Othmann so gut wie nichts abgewinnen. In einigen Punkten gibt sie Schröter recht: die "antisemitische Querfront von Linken und Islamisten" gibt es durchaus, wie vor allem die letzten Monate zeigten, auch, dass man den Begriff "rechtsradikal" nicht leichtfertig verwenden sollte, leuchtet Othmann ein. Das war's dann aber auch: Nicht nur erscheinen die "Woken" bei Schröter als ein statischer Block, der immer der gleichen Meinung sei. Schröter nutze in ihrem Buch zudem den gleichen "alarmistischen Ton", den sie an den "Woken" kritisiert, lesen wir. So liest sich das Buch beispielsweise, als gäbe es gar keine Rechtsradikalen, sondern eben nur Menschen, die wegen Migration unzufrieden sind und deshalb Flüchtlingsheime anzünden, schreibt Othmann fassungslos. Außerdem stelle Schröter einen erwiesenen Holocaust-Relativierer wie Egon Flaig als "streitbaren Intellektuellen" dar. Wenig differenziert wird hier im Allgemeinen, Schröter polemisiert im Grunde nur eindimensional gegen die Vertreter der "Wokeness" und tut damit genau dass, was sie jenen vorwirft, führt also Kulturkampf gegen Kulturkampf, seufzt die Rezensentin.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 04.04.2024
Es gibt Kritiken, die man kaum mehr als solche bezeichnen kann. Lukas Geislers "Besprechung" des Buchs von Susanne Schröter ist derart damit beschäftigt, Schröter quasi als Nationalsozialistin hinzustellen, dass er es kaum mehr schafft, ihre Argumente - die selbstverständlich selbst nicht frei von Polemik sind - überhaupt nur rudimentär nachzuzeichnen. Schröters Kritik am Umsichgreifen woker Ideologie, ob man ihr nun zustimmt oder nicht, identifiziert Geisler als "nationalsozialistische Verschwörungserzählung des sogenannten Kulturmarxismus". Das eingerückte "so ließe es sich interpretieren" klingt, als hätte die Redaktion an dieser Stelle schnell noch die Justiziare befragt. All jene, die Schröter angreift, wie Naika Foroutan oder andere linke Diskursgegner, sind dagegen bei Geisler stets "renommiert". Nein, solche Kritiken dienen nicht der Verständigung, sie sind nur ein Symptom für den desolaten Zustand der Debatte.