Bernhard Kegel

Käfer

Cover: Käfer
Matthes und Seitz Berlin, Berlin 2019
ISBN 9783957577924
Gebunden, 143 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Ein Kopf, eine Brust, ein Hinterleib - so knapp sich diese Liste von Körperbauteilen liest, so variantenreich ist, was aus ihr hervorgeht: Die Käfer zeigen mit ihren bunt gefärbten und oftmals schillernden Panzern einen Formenreichtum, der im gesamten Tierreich einmalig ist. Es gibt so viele Käferarten, dass bis heute nicht alle bekannt sind. Immerhin 380 000 wurden bisher beschrieben und mit Namen versehen. Und jedes Jahr kommen ein paar Hundert mehr dazu. Bernhard Kegel, der selbst lange als Käferforscher gearbeitet hat, zeichnet das abwechslungsreiche Portrait eines oft zu Unrecht übersehenen und als Ungeziefer geschmähten oder sogar bekämpften Insekts, dessen Geschichte eng mit der unsrigen verbunden ist: vom Pillendreher, von dessen Verehrung altägyptische Skarabäen zeugen und der womöglich bei der Erfindung des Rades Pate gestanden hat, bis zu dem vermeintlichen Vorbild für eine folgenreiche und vielfach interpretierte Verwandlung in der Erzählung Franz Kafkas und nicht zuletzt dem Insektensterben der Gegenwart.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 12.12.2019

Vergnügt lässt sich Rezensent Martin Gehlen von Bernhard Kegel in die Käferkunde einführen. Nur Ignoranten machen sich über Käferkundler lustig, weiß Gehlen, und auch diesen wird das Lachen vergehen, wenn sie einen südamerikanischen Riesenbockkäfer vor sich haben! Der Rezensent lernt viel über Komplexität und Vielfalt der runden Krabbelviecher, zum Beispiel dass bis Ende des 19. Jahrhunderts Maikäferbouillon serviert wurde und dass man niemals fragen darf, ob Marienkäfer so alt sind, wie sie Punkte auf dem Rücken haben. Informativ und unterhaltsam findet Gehlen das Buch, und seine Illustrationen "erwartungsgemäß fabelhaft".