Mit Abbildungen. Seit Urzeiten erkunden Menschen den Willen der Götter, befolgen deren heilige Ordnung und hoffen auf Erlösung. Bernhard Maier beschreibt die Geschichte der Religionen von den frühesten Grabkulten über die Weltbilder des Alten Orients und den Monotheismus bis zu den heutigen Religionskonflikten und der individuellen Suche vieler Menschen nach Heil.
Die Ordnung des Himmels ist ewig. Sie zeigt sich am Lauf der Gestirne und der Jahreszeiten, wird von Priestern und Theologen erforscht, in heiligen Schriften niedergelegt, in Ritualen bekräftigt, in der Ethik befolgt, in Mythen und Predigten an die nächste Generation weitergegeben. Doch tatsächlich befindet sich diese Ordnung in einem ständigen Wandel - abhängig von Aufstieg und Untergang von Reichen, der Wanderung von Völkern und Ideen oder den Neuerungen religiöser Virtuosen. Bernhard Maier geht diesen Veränderungen im Lauf der Weltgeschichte nach. Dabei gelingt es ihm, die Eigenheiten großer und kleiner Religionen zu porträtieren, parallele Entwicklungen in Schlüsselepochen deutlich zu machen und Mythologien, Zeitvorstellungen oder heilige Stätten miteinander zu vergleichen. Wer seinen Überblick gelesen hat, wird besser verstehen, warum Religionen auch heute noch so machtvoll sind und selbst eingefleischte Skeptiker zutiefst faszinieren.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 02.06.2018
Rezensent Cord Aschenbrenner empfiehlt Bernhard Maiers Religionsgeschichte als so mutiges wie bravourös gelungenes Buch für religiös Interessierte. Die unprofessorale, anschauliche Schreibe, die klug genutzte Knappheit des Textes uund Maiers Gelehrtheit scheinen Aschenbrenner hervorragend. Funktionen, Formen und Tendenzen der Religionen sowie eine chronolgische Geschichte von der Urgeschichte bis heute bietet der Band dem Rezensenten. Eine echte Horizonterweiterung, meint er.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.05.2018
Der Sozialphilosoph Hans Joas liest Bernhard Maiers Weltgeschichte der Religionen mit Gewinn. Die Entscheidung des Autors, für ein allgemeines Lesepublikum zu schreiben, begrüßt er. Maiers methodisches Vorgehen, auf einen Leitgedanken zu verzichten und eine "neutrale Außenperspektive" zu wahren, führt laut Joas allerdings dazu, dass sich der Band in seinen schwächeren Passagen wie ein Lexikon liest und alle Religionen gleich erscheinen. Den tieferen Sinn der jeweiligen Religion erfasst der Autor zum Glück dann doch meistenteils, so Joas, nämlich indem er das Handeln von Menschengruppen in den Vordergrund stellt, nicht Ideengeschichte. Knapp, kenntnisreich und sensibel berichtet der Autor dem Rezensenten über mystische Erfahrungen und die unterschiedlichen Arten der Anrede von Gottheiten. Ferner begegnet Joas vielen Argumenten, die in den Debatten der Gegenwart wichtig sind, wird mit Wissen über Epochen und Traditionen beschenkt und wundert sich höchstens über die ein oder andere Disproportionalität in der Darstellung, etwa die Kürze bei der Abhandlung der Aufklärung oder die Oberflächlichkeit bei den Überlegungen zur Gegenwart, der Schwächung der Religionen in Europa zum Beispiel.
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