Beth Macy

Dopesick

Wie Ärzte und die Pharmaindustrie uns süchtig machen
Cover: Dopesick
Heyne Verlag, München 2019
ISBN 9783453272279
Gebunden, 464 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Andrea Kunstmann. Mit 36 Abbildungen.  Stürzte täglich ein Flugzeug ab, würde man auch etwas tun, oder?In eine Boeing 787 passen ungefähr 250 Menschen. Genauso viele Menschen sterben in den USA täglich an Opioiden, also an Schmerzmitteln wie etwa Oxycodon, Vicodin oder Fentanyl. In der Altersgruppe der unter 50-Jährigen stellt die Überdosierung von Schmerzmitteln oder Drogen mittlerweile die häufigste Todesursache dar, noch vor Waffengewalt oder Verkehrsunfällen. Viele der Süchtigen bekamen die Medikamente anfangs von ihrem Arzt verschrieben, etwa nach einer Operation oder einer Sportverletzung. Von den hochwirksamen Mitteln kamen die Patienten dann nicht mehr los. Millionen Amerikaner sind somit durch Opioide auf Rezept in die Abhängigkeit geschlittert. Die Pharmakonzerne, die diese neuartigen und hochintensiven Schmerzmittel in den 1990er-Jahren in den Markt gedrückt haben, spielten und spielen die Risiken einer Sucht herunter. Milliardenprofite stehen im Raum.
Beth Macy ist durch die USA gereist und hat Süchtige, Betroffene und Hinterbliebene besucht und ihre Lebenswege und Schicksale nachgezeichnet. Stellvertretend für die vielen Mütter, die ihre Kinder verloren haben, stellt sie die Frage nach dem Warum. Entstanden ist ein erschütternder Bericht über ein abhängiges, betäubtes und sterbendes Amerika.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 06.09.2019

Rezensent Volkart Wildermuth empfiehlt Beth Macys dokumentarisches Buch über die Opioid-Epidemie in den USA. Die amerikanische Journalistin geht den Ursachen für die Krise (falsche Produktinformationen durch die Pharmaindustrie, wirtschaftliche Regression, soziale Unsicherheit) nach und spricht außerdem mit direkt Betroffenen. Dabei geht sie stellenweise unfokussiert vor und springt "unmotiviert hin- und her", kritisiert der Rezensent, aber letztlich überwiegt für ihn doch die lobenswerte Nähe zu den Betroffenen, denen Macy ihre Würde zurückzugebe. Insgesamt ist das Buch für den Rezensenten eben kein "Skandalbericht", sondern der lobenswerte Versuch eines Überblicks, der zudem die Opioid-Sucht richtigerweise als behandlungsbedürftige Krankheit klassifiziert, so Wildermuth.

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