Mit 6 Abbildungen. Für eine Generation junger Deutscher schien nach Ende des Zweiten Weltkrieges der Weg in die Zukunft verbaut. Der Krieg, an dem sie teilgenommen hatten, war verloren. Viele ihrer Familien wurden aus der angestammten Heimat vertrieben. Die meisten großen Städte lagen in Trümmern. Das internationale Umfeld mied die Deutschen. In Europa waren sie isoliert. Dennoch setzte nach 1945 unter den Deutschen eine Rastlosigkeit ein, die nur ein Ziel kannte, die Apathie zu überwinden. Auch der Autor wurde davon erfasst. Er hatte das Ausland nur als Soldat kennengelernt: Finnland, Frankreich, Belgien und die Niederlande. 1949 durfte er zum Studium in Zürich in die Schweiz einreisen. Ein Jahr später gehörte er zu den ersten Deutschen seiner Generation, die ein jugoslawisches Visum erhielten. Kurz darauf begann er ein Studium an der Georgetown University in Washington, D.C. Der neue deutsche Auswärtige Dienst begann sich zu formieren, und der Autor gehörte ihm ab 1953 an. Sein nunmehr beruflicher Weg führte ihn durch die Wirren des Ost-West-Konflikts und er nahm teil an den zögernden Annäherungsversuchen der Bundesrepublik Deutschland an ihre östlichen Nachbarn. In seiner erlebten Zeitgeschichte schildert der Autor die Probleme einer deutschen Ostpolitik und ihr anfängliches Scheitern. Der Autor beschließt den Weg, den er als Deutscher zurückgelegt hat, mit einer Beschreibung seiner mehrjährigen Tätigkeit in Israel.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.03.2007
Eine spannende Lektüre hat die Autobiografie des Diplomaten Frank Sikora Rezensent Hans Jochen Pretsch beschert. Die Darlegungen zur Deutschland- und Osteuropa-Politik aus Sikoras Zeit im Auswärtigen Dienst von 1953 bis 1984 zählt er zwar nicht unbedingt zu den stärksten Passagen des Buchs. Dafür scheinen ihm die aus persönlicher Lebenserfahrung gewonnenen Überlegungen zu den spannungsvollen Beziehungen zwischen Polen, Tschechen und Deutschen um so aufschlussreicher. Besonders hat ihm die fesselnde und bisweilen amüsante Schilderung des Diplomatenalltags gefallen. Sikora biete Außenpolitik einmal nicht "aus der abgehobenen Perspektive des Politikers", sondern "Diplomatie zum Anfassen". Sein Fazit: ein "erfrischender Lebensbericht eines nicht immer angepassten Diplomaten".
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