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Bora Cosic

Immer sind wir überall

Reisen in Italien und Österreich
Cover: Immer sind wir überall
Folio Verlag, Wien - Bozen 2019
ISBN 9783852567815
Gebunden, 128 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Aus dem Serbischen von Katharina Wolf-Grießhaber. Mit zahlreichen Abbildungen. Sinnliche Streifzüge durch Landschaften, Kulturräume und Küchen. Was sieht und riecht ein großer, lebensweiser, mehrfach preisgekrönter Europäer, wenn er durch Europa reist? Einer, der in seiner Person viele Kulturen vereint und den der Krieg staatenlos gemacht hat … Welche Bilder entstehen in seinem Kopf, wenn er den Duft von Aprikosen atmet - oder den von Zimt, Kaffee, Vanille … wenn er in Rom vor den Trümmern der Antike steht, vor dem verschmitzt lächelnden heiligen Prokulus in Naturns, vor den sanft gewellten Weinbergen von Melk und Krems, wenn er in die weltbeste Salami aus dem umbrischen Norcia beißt oder in Wien auf den Künstler Spoerri trifft …? Bora Ćosić lässt uns teilhaben an seinem inspirierenden Gedankenstrom, an den überraschenden Assoziationen, die ihn auf seinen Reisen nach Italien und entlang der Donau bewegen - und die sich schließlich zu einem wundersamen Bild Mitteleuropas fügen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 19.03.2019

Aus den beiden erstmals in der Zeitschrift "Lettre International" erschienenen Texten des kroatisch-serbischen Schriftstellers hört man, so Rezensent Stefan Fischer, "die diebische Freude" heraus, mit der hier einer Landesgrenzen nicht so ganz ernst nimmt. Die Geschichte Habsburg hat im Südosten Europas Städte voller Lebensspuren hinterlassen, die aus einer 'anderen' Kultur kommen und nicht identisch sind mit den jeweils gerade aktuellen Nationalstaaten, zu denen sie gehören, so Fischer. Der gesamte ehemals jugoslawische Raum ist laut Cosic Beweis für die Fruchtbarkeit einer Kultur schaffenden "Freizügigkeit". Selbst die italienische Hauptstadt Rom stelle er uns vor durch die Augen eines Fremden, eines in Rom beheimateten serbischen Schriftstellers, Milos Crnjanski. Das "Reine" ist für Cosic uninteressant, Kultur für ihn immer Anverwandlung und Aneignung, "Promenadenmischung" eben, so Stefan Fischer.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 07.03.2019

Rezensent Norbert Mappes-Niediek folgt der Donau und ihren Zuflüssen beim Lesen des Essays von Bora Cosic. Wie der Autor die Undefinierbarkeit Mitteleuropas thematisiert, mit dem Donau-Fluss als Metapher, wie er auf Komposition und pointierte Argumente zugunsten eines chaotischen Strömens verzichtet, gefällt dem Rezensenten. Von Linz nach Wien und weiter ins mährische Znojmo folgt er dem Autor und profitiert von Cosics wachem, scharfem Blick, auch wenn in dem Gedankenstrom, vor allem in dem der zweiten Reise nach Italien, viel Bildungsballast mitschwimmt, wie Mappes-Niediek zugibt, das aber als Ermunterung zum Weiterforschen auffasst.