Brigitte Borchardt-Birbaumer

Imago Noctis

Die Nacht in der Kunst des Abendlandes
Cover: Imago Noctis
Böhlau Verlag, Wien 2003
ISBN 9783205770527
Gebunden, 812 Seiten, 85,00 EUR

Klappentext

Unsere halbe Zeit verbringen wir nachts. Das Buch versucht einen Überblick der mit der Nacht verbundenen Phänomene von der Kunst des Alten Orients über das Alte Ägypten, das antike Griechenland und Rom, das Mittelalter in Europa und Byzanz, die Renaissance und den Manierismus bis zum Ende barocker Malerei zu geben. Die dunklen Elemente der Sprache wirken aus der antiken Rhetorik über die Troubadour-Dichtung bis zu John Donne auch in die bildende Kunst. Die nächtlichen Seiten des Menschen berühren Hexenwahn, Höllenvisionen und apokalyptische Vorstellungen. Kunst und Wissenschaft haben bis heute das Interesse an der Nacht nicht verloren, was sich in zahlreichen Ausstellungen und Radiosendungen zum Thema äußert, aber auch in Musikstücken, Film, Theater und Buchtiteln.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 30.12.2003

So eine umfassende Geschichte der "Nacht in der Kunst des Abendlandes" hat es bisher nicht gegeben, freut sich Claudia Lanfranconi und zählt verschiedene Einzeluntersuchungen auf, die entweder methodisch überholt (wie Wolfgang Schönes "Das Licht in der Malerei") oder auf einzelne Epochen konzentriert seien (so Stoichitas Renaissance-Darstellung der "Geschichte des Schattens"). Auch wenn die Verfasserin chronologisch und enzyklopädisch vorgehe, so Lanfranconi begeistert, führe Brigitte Borchardt-Birbaumers Ansatz weit über eine Anthologie von Nachtbildern hinaus. Mit den Bildern nämlich ließen sich kosmologische Vorstellungen, astrologische Entdeckungen und ästhetische Moden über einen Zeitraum von fünftausend Jahren erzählen, schwärmt die Rezensentin. Ihrer Begeisterung gebietet allerdings der etwas umständliche wissenschaftliche Duktus des Buches Einhalt, das sein Thema zwar im Vorwort als "wissenschaftsfeindlich" bezeichnet, deshalb jedoch durchgängig in Verteidigungshaltung verharrt: lateinische Originalzitate und umständliches Referieren der Forschungsdiskussionen sind aus Lanfranconis Sicht durchaus verzichtbar, die sich den zweiten Band (von Goya bis heute) mit "weniger Licht" wünscht.
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