Viola Effmert

Sal. Oppenheim jr. & Cie.

Kulturförderung im 19. Jahrhundert. Dissertation
Cover: Sal. Oppenheim jr. & Cie.
Böhlau Verlag, Köln 2006
ISBN 9783412253059
Gebunden, 411 Seiten, 59,90 EUR

Klappentext

Private Kulturförderung gewinnt - vor dem Hintergrund zunehmend schmelzender staatlicher und kommunaler Etats - an Bedeutung und ist seit einigen Jahren auch Teil des Selbstverständnisses und der Selbstdarstellung von Unternehmen geworden. Doch ist die unternehmerische Kulturförderung - ob Kultursponsoring, Stiftungen oder mäzenatische Initiativen - keineswegs neu, sondern besitzt eine weit zurückreichende bürgerliche Tradition in Deutschland. Exemplarisch für das 19. Jahrhundert betrachtet diese Studie das kulturfördernde Engagement der Familie und des Bankhauses der Kölner Finanzdynastie Sal. Oppenheim jr. & Cie. Detailliert wird aufgezeigt, welchen Beitrag die Privatbankiers über mehrere Generationen als Gönner und Förderer des kulturellen Lebens ebenso wie als private Sammler erbracht haben, wie sie durch ihr vielfältiges Mitwirken und ihre Initiativen die kulturpolitischen Aktivitäten der Handels- und Domstadt Köln maßgeblich mitgeprägt haben und dadurch an ihrer kulturellen Entwicklung fördernd teilhatten.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.08.2006

Viola Effmert räume so richtig auf mit den üblichen Vorstellungen vom Mäzenatentum, reibt sich Rezensent Gerrit Walter anerkennend die Augen. Die Autorin habe hierzu das Archiv des Bankhauses Sal. Oppenheim jr. & Cie "gründlich" ausgewertet und trage ihre Argumente auf "nüchterne" Weise vor. Schon das Alter des Bankhauses und die vielen karitativen und kulturellen Spenden in der ersten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts verweisen den amerikanischen Ursprung des Kultursponsorings in den Augen des Rezensenten ins Reich der Legenden. Und anhand der Familie Oppenheim, so der Rezensent, könne die Autorin auch zeigen, dass hier weder eine spezifisch jüdische Verpflichtung zur Wohltätigkeit noch ein spezifisch jüdisches Bestreben nach gesellschaftlicher Anerkennung relevant gewesen sei, ganz zu schweigen von einem völlig interesselosen Gemeinsinn. Im Kern, referiert der Rezensent die Autorin, verstanden die Oppenheims ihr Mäzenatentum viel mehr als gut investierte Werbung, sofern nicht sogar schon direkt Zinseinkünfte damit verbunden waren, wie etwa bei den Zoo-Aktien.
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