Nicolas Mahler, Jaroslav Rudis

Nachtgestalten

Cover: Nachtgestalten
Luchterhand Literaturverlag, München 2021
ISBN 9783630876382
Gebunden, 144 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Eine Nacht, eine Stadt und zwei Freunde, die wissen, dass es nichts Größeres gibt als die Wahrheit des Moments, in dem die Kneipe schließt. Von Bier zu Bier und von Geschichte zu Geschichte treibend erzählen zwei Nachtgestalten von der Tragik der Liebe, dem Wahnsinn des Lebens sowie den Spuren der Geschichte, die allem zugrunde liegt und nie ganz verschwindet.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.05.2021

Rezensent Jörg Plath kann dem in mattem Schwarz gehaltenen Comic von Jaroslav Rudis und Nicolas Mahler einiges abgewinnen. Dieses Kneipengespräch zwischen einem langen Dünnen und einem Kleinen mit Basecap ist laut Plath nämlich angenehm anders als die üblichen Bierdialoge, nämlich nicht von toxischer Männlichkeit erfüllt, sondern immer wieder von Schweigen und Selbsteinkehr, von Rhythmus, Gemütlichkeit und Humor a la Heinz Erhardt. Das Stilmittel der lockeren Verbindung von großen und kleinen Problemen haben die beiden Autoren gut im Griff, findet Plath.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 07.05.2021

Rezensent Fritz Göttler genießt die"sanfte Monotonie" und seltsame Weltuntergangsatmosphäre in Nicolas Mahlers und Jaroslav Rudiš "Prager Noir" Comic. Die besondere Gleichmütigeit erinnert ihn an das absurde Theater, an Beckett oder Ionesco. Nur selten wird sie unterbrochen durch einzelne Ereignisse - ein Rettungsflug im Hubschrauber, ein brennendes Haus. Auch Einflüsse von Thomas Bernhard und Kafka erkennt der Rezensent: Genau wie bei Kafka ist Rudiš' und Mahlers Endzeitstimmung nicht nur düster und ernst, sondern gleichzeitig von einer absurden Komik und Melancholie geprägt, und außerdem nicht frei von Hoffnung. Ja, das "Prinzip Hoffnung" ist es, das den Nachtgeschichten jener zwei Gestalten, dem langen dünnen, und dem kurzen gedrungenen eine gelassene Dynamik gibt. Nach vorn, immer weiter geht es, auch weil der Blick in die Vergangenheit - die eigene und die große verstellt ist. Und doch wird man sie nicht los, die Geschichte: Einzelne Motive, eine KZ-Mauer, Stacheldraht tauchen auf, und verschwinden wieder. Und so ist "Nachtgestalten" am Ende auch ein politisches Buch, so der angetane Rezensent.
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