Stadt und Landschaft sind heute keine Antipoden mehr. Der Begriff Landschaft wird hier in der zeitgenössischen Theorie neu verhandelt - die Entwicklung einer kritischen Landschaftstheorie zeichnet sich ab. In den USA hat sich mit den "Cultural Landscape Studies" bereits seit den 1950er Jahren eine Kulturwissenschaft der Landschaft entwickelt. Der Band stellt diese Ansätze, die von 1952 bis in die Gegenwart reichen, erstmals im deutschsprachigen Raum vor. Die Beiträge aus Kunst- und Kulturwissenschaft, Geografie und Raumplanung spiegeln die Komplexität heutiger Landschaften wider - im Spannungsfeld von Medien, Ökonomien und kulturellen Identitäten. Sie werden von den Herausgeberinnen kommentiert und um eine europäische Perspektive erweitert.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.10.2006
Der Wert dieses "augenöffnenden" Sammelbandes besteht für den Rezensenten vor allem in den Beiträgen des amerikanischen Landschaftsforschers John Brinckerhoff Jackson. Michael Adrian schätzt das Unbefangene dieser Texte und Jacksons Versuch, der "Alltagsnähe" der amerikanischen Landschaft gerecht zu werden. Ebendiese Konkretheit vermisst Adrian in den meisten anderen Texten des von Brigitte Franzen und Stefanie Krebs herausgegebenen Bandes. Zu sehr gerät ihm Landschaftstheorie hier zur Kulturwissenschaft ohne Chance auf erfahrbare Umsetzung. Dass die Abbildungen im Buch "lausig" sind, wie Adrian anmerkt, scheint diesen Eindruck noch zu verstärken.
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