Mit Illustrationen von Nele Brönner."panik/paradies" eröffnet uns Leser*innen ein Spektrum an Auseinandersetzungen: Kindheit und Kindheitserinnerung, Geschichte und wie wir sie erzählen, tradiertes Wissen und reflektierte Kritik, Politik und ihre Auswirkung auf unser Selbstbild und die Bilder, die wir von anderen haben. "panik/paradies" nimmt uns mit in die extremen Kippmomente von Empfindungen, wo sie umschlagen von Faszination zu Verachtung, von Begehren zu Langeweile, von Liebe zu Gleichgültigkeit. "so viel falsches und gutes in einem. / heilig heillos verpackt. was überwiegt? / nichts bleibt in der schwebe auf dauer.", schreibt Elze und meint damit nichts weniger als die Menschheit. Elzes Gedichte sind Spiegel unserer Empfindungen beim Lesen: Wie begegnen wir dem Schmerz, wie dem Tod?, wie der Trauer?, wie dem immer wiederkehrenden Gefühl der Ohnmacht, der Angst. Es muss doch eine Sprache geben, die die existentiellen Fragen zu fassen vermag? Terzinen, Sonette, Balladen, Zyklen, Listen, Gebete, Beschwörungen - Elze breitet das Besteck des Dichters in fast verzweifelter Vielfalt aus.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 23.05.2024
Kraftvoll und wuchtig kommen die neuen Gedichte von Carl-Christian Elze über den desaströsen Zustand der Welt daher, befindet Rezensent Björn Hayer: Angst und Sorge bestimmen die Gedichte, etwa wenn es um Putin geht oder um den rauen Umgangston in sozialen Medien, in denen die "worte wie säuren" wirken. Im Stil der Décadence-Lyrik schreibt Elze vom "dreckloch von welt" und regt Hayer mit seinen Poemen trotzdem dazu an, nach Überbleibseln des Guten zu suchen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.02.2024
Gleichzeitig frei und reif ist Carl-Christian Elzes Gedichtband, freut sich Rezensent Tobias Lehmkuhl. Und außerdem thematisch reichhaltig: Gedichte über Hunde und angsterfüllte Kinder liest der Rezensent, aber auch Reflexionen über die Wende und die Begegnung mit den Wessis, sowie über Donald Trumps deutsche Vorfahren. Formal ist das ebenfalls vielfältig, eher selten reimt sich etwas, präzise ist die Sprache stets. Nicht jedes Gedicht ist gleich gut, schließt die Rezension, aber auch dank der eigenwilligen Illustrationen, die Nele Brönner beisteuert, ist der Band rundum empfehlenswert.
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