"Dies ist keine klassische Autobiografie, keine Lebensbeichte à la Rousseau. Man hat mich halt gefragt zu meiner ersten Zigarette, zu den zotigen Sprüchen der Kinder, zu piemontesischen Schlössern, dazu, warum ich um Himmels willen die Hochkultur für die Niederungen des Krimis aufgegeben habe, zu meinem Verhältnis zu Italo Calvino, Franco Lucentini, Pietro Citati und so weiter und so weiter. Und so entstand dieses Buch ganz beiläufig, ja zufällig, und es verschweigt, wie bei den meisten anderen Menschen auch, viel mehr, als es erzählt " (Carlo Fruttero). Carlo Fruttero ist eine Legende, seine literarischen Plaudereien sind nicht nur für die Millionenschar seiner treuen Leser eine wahre Fundgrube.
Im Perlentaucher:
Ehre und Familie
Das Herzstück der Memoiren ist jedoch das wunderschöne Porträt, das er seinem lebenslangen Freund und Schreibpartner Lucentini widmet, der schönen Seele, deren "eigensinnig bezaubernde Unabhängigkeit" auf keinen Fall mit Extravaganz oder Größenwahn verwechselt werden dürfe. Thekla Dannenberg in Mord und Ratschlag
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 26.02.2013
Ganz dem melancholischen Charme des Autors erlegen, erinnert Kristina Maidt-Zinke an den letzten Exponenten der Einaudisten, die von Turin aus linksliberal das nachfaschistische (und vorcavalliereske) Italien moralisch bewegten. Carlo Frutteros Erinnerungen u. a. an seinen Schreibbruder Franco Lucentini, an Italo Calvino oder Turiner Momente des Ungarn-Aufstands 1956, an den Kohlgeruch auf der Frankfurter Buchmesse und Paolo Conte atmen für die Rezensentin Eleganz und Understatement und zeugen von der Fähigkeit des Autors, ironisch und einfühlend zugleich zu beobachten, Ambivalenzen zu erkennen und kein Wort zu viel verwenden.
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