Aus dem Amerikanischen von Carl Weissner. Mit Illustrationen von Robert Crumb. Abend für Abend sitzt Charles Bukowski vor seinem Computer und schreibt auf, was ihn am zurückliegenden Tag bewegt hat. Leicht bis ziemlich betrunken erzählt er - bar jeder Höflichkeit - von Nachbarn, Freunden, Fans, der Rennbahn, dem Eheleben, dem Schreiben. Er zählt auf, was ihn nervt oder freut, wie sehr ihm das Alter zusetzt und wie es ihn anwidert, wenn Leute versuchen, sich in seiner Berühmtheit zu sonnen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 26.08.2006
Postum erschien dieser schmale Band mit Tagebucheinträgen des Autors Charles Bukowski aus den Jahren 1991-1993 schon im Original. Hinzu kommen zum Text die Illustrationen des Underground-Comic-Künstlers Robert Crumb, die das Buch, lobt der Rezensent Florian Vetsch, "optisch ungemein bereichern". Vieles ist hier flott hingeschrieben, es finden sich aber immer wieder Impressionen und kurze Szenen, die das Können des Autors zeigen, und sei es auf wenigen Zeilen, so Vetsch. Natürlich ist das alles durchaus vertraut aus dem bekannten Werk, auch hier besteht die entschieden "unakademische" Ästhetik darin, aus allem groß und allgemein Gedachten rasch die Luft rauszulassen. Dennoch aber eine "spannende" Lektüre, findet der Rezensent.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 16.03.2006
Helge Timmerberg riskiert den Vorwurf, sein Geld "mit den Zitaten anderer Leute zu verdienen", und verwendet ungefähr die Hälfte seiner Besprechung dafür, aus den Tagebüchern von Charles Bukowski zu zitieren. Zum Beispiel über allzu vorsichtige Schreiberlinge: "Die Entscheidung fürs Konventionelle raubt ihnen das Feuer." Passagen also, die Timmer von solcher Treffschärfe findet, dass er selbst nur noch die Waffen strecken kann. Was soll man da noch selbst sagen? Timmerberg jedenfalls kann die Tagebücher nur empfehlen, und zwar als das Lehrbuch für Schreibseminare und sogar für Kinder im Unterricht. Denn dies, so Timmerberg, könnte vielleicht verhindern, dass sie die Lust am Schreiben verlieren.
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