Carl Weissner

Aufzeichnungen über Außenseiter

Essays und Reportagen
Cover: Aufzeichnungen über Außenseiter
Verlag Andreas Reiffer, Meine 2020
ISBN 9783945715673
Gebunden, 246 Seiten, 15,00 EUR

Klappentext

Als Übersetzer für Andy Warhol, Bob Dylan, Frank Zappa, William S. Burroughs, Allen Ginsberg, vor allem aber für Charles Bukowski avancierte Carl Weissner hierzulande zu einem der wichtigsten Wegbereiter der "anderen" US-Literatur.Doch Weissner verfasste selber auch Nonfiction: Reportagen und Essays über seine Freunde und Weggefährten Bukowski, Fauser und Burroughs, außerdem Nachworte für die Bücher seiner Kollegen sowie Rezensionen. Dazu Notizen über seine US-Reisen um 1968, mitten aus der Gegenkultur mit ihren einsetzenden Wehen von Paranoia und Watergate. Seine Texte kombinieren Witz und Coolness mit einer Wortgewalt und Denke, die independent und analytisch zugleich ist. Die vorliegende und reich bebilderte Sammlung von Matthias Penzel vereint erstmalig Weissners journalistisches Schaffen, welches bisher größtenteils vergriffen, verstreut oder gar unveröffentlicht war.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 15.08.2020

Rezensent Christoph Schröder lobt die Aufzeichnungen des Bukowski-Übersetzers und Schriftstellers Carl Weissner als anregend und informativ: Die Texte bezeugen ihm Weissners Entschlossenheit, die "saturierte Literatur" der 60er und 70er mit Beat- und Underground-Literaturen aufzubrechen. Witzig, manchmal etwas zu gewollt schmissig und teilweise von historischem Interesse, können die Schriftstücke als Zeitdokumente des intellektuellen Lebens in der alten Bundesrepublik gelesen werden, so Schröder.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.07.2020

Eine veritable Hommage an Carl Weissner ist die Besprechung dieser Textsammlung von Kai Sina geworden. Begeistert zitiert er aus einem FAZ-Gespräch mit dem legendären Vermittler amerikanischer Literatur nach Deutschland seit den 1960er Jahren, um zu verdeutlichen, mit welcher Verve der junge Deutsche damals das Spontane und Wilde der amerikanischen Lyriker, Sänger und - eben - "Außenseiter" ins kleinteilig-vorsichtige Westdeutschland gebracht habe. Der anti-amerikanischen Linken habe er zudem mit einigen hier wieder vorgelegten Texten derbe Backpfeifen verabreicht - was den Kritiker erfreut. Und es erfüllt ihn in Anbetracht der heutigen Situation mit "Beklemmung", dass inzwischen beide transatlantischen Partner von jeglicher Einsicht in die anti-nazistische "Reeducation" weit entfernt sind, die immerhin einmal, wenn auch oft uneingestanden, die Grundlage westdeutschen Denkens und Schreibens gewesen sei, so der Rezensent.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 04.05.2020

Frank Schäfer hätte dem Übersetzer Carl Weissner den Durchbruch als Autor gegönnt. Doch der große Vermittler des amerikanischen Undergrounds scheint durch seine Bewunderung für Bukowski, Burroughs, Miller und Ginsberg im eigenen Schreiben eher gehemmt als beflügelt worden zu sein. In Weissners Essays und Reportagen sieht Schäfer den eleganten Aus- beziehungsweise Mittelweg. Tolle Stücke findet der Rezensent hier, mit Miller und Bukowski im Vollrausch oder auf Deutschlandtrip. Am schönsten findet er allerdings Weissners Essay über den "Freund und Mitsreiter" Jörg Fauser.

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