Aus dem Amerikanischen von Wolfgang Spindler. Nach den Terroranschlägen in den USA hat sich die Globalisierung zur Frage Nummer eins entwickelt. Charles Derber legt dar, dass wir die Versprechungen unserer Weltwirtschaftsmoral neu bewerten müssen. Er spannt den Bogen vom Imperialismus der antiken Weltreiche über den Kolonialismus der Neuzeit zum brutalen Aktienfieber heutiger Tage. Bleibt das alte Ideal der Menschheit, die Demokratie, dabei auf der Strecke? Derber meint: Nein, nicht unbedingt.
Hinter dem scheinbar alternativlosen Globalisierungsprozess stecken benennbare Mächte mit spezifischen Interessen und Ideologien. So lautet die Analyse des amerikanischen Soziologen und Gesellschaftskritikers Charles Derber, die er in seinem nach Ansicht von Rezensent Ulrich Teusch "gleichermaßen lesbarem wie lesenswertem Buch" vorlegt. Derbers Buch zeichnet sich gegenüber den immer zahlreicher werdenden globalisierungskritischen Publikationen für Teusch in mehrfacher Hinsicht aus. So lobt er die "verständliche, anschauliche Sprache" sowie Derbers Verzicht auf "alarmistische Polemik oder Verschwörungstheorien". Positiv findet er zudem, dass Derber seine Analysen nicht nur mit volkswirtschaftlichen Statistiken oder Fachliteratur unterfüttert, sondern die kritisierten Zustände aus eigener Anschauung kennt. Als das "eigentlich Innovative und Anregende" von Derbers Buchs würdigt Teusch dessen historische Dimension, die Darstellung von zahlreichen Globalisierungsschüben in der Geschichte. Nicht die Globalisierung per se halte Derber für das Problem, sondern ihre derzeitige Ausrichtung, der es zu widerstehen gelte. Derbers Forderung, die Globalisierung neu zu erfinden und seine Vorschläge dazu, erscheinen Teusch allerdings nur teilweise realisierbar. Trotz einiger diesbezüglicher Bedenken hält er das Buch insgesamt für sehr anregend und legt es vor allem Einsteigern, die sich mit der Thematik erst vertraut machen wollen, ans Herz.
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