Hase und ich
Die Geschichte einer außergewöhnlichen Begegnung

Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 2025
ISBN
9783608966381
Gebunden, 304 Seiten, 22,00
EUR
Klappentext
Aus dem Englischen von Claudia Amor. Stellen Sie sich vor, Sie könnten ein Hasenbaby halten und mit der Flasche füttern. Es lebte unter Ihrem Dach, räkelte sich nachts auf dem Boden Ihres Schlafzimmers. Nach über zwei Jahren eilt es immer noch vom Feld herbei, wenn Sie es rufen. Genau das ist Chloe Dalton passiert. "Hase und ich" erzählt diese wahre Geschichte einer außergewöhnlichen Freundschaft zwischen einer Frau und einem Feldhasen. Während des Corona-Lockdowns zieht sich die vielbeschäftigte Chloe aufs Land zurück. In der Nähe ihres Hauses findet sie eines Tages einen verwaisten Junghasen - allein und nicht größer als ihre Handfläche. Sie nimmt ihn zu sich, versorgt ihn und beschließt nach anfänglichem Zögern, den Hasen aufzuziehen und seine Rückkehr in die Wildnis vorzubereiten: Doch "Hase", wie ihn Chloe nennt, bleibt bei ihr - zu seinen eigenen Bedingungen.
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Info)
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 07.06.2025
Man muss gar kein Nature Writing- oder Autofiktionsfan sein, um dieses Buch zu mögen, versichert Rezensentin Cornelia Geißler: Die Politikberaterin Chloe Dalton schreibt berührend darüber, wie sie während der Corona-Pandemie ein Hasenjunges großgezogen hat. Als ihr das Tier während eines Spaziergangs begegnete, sei noch nicht zu erkennen gewesen, welche "erstaunlichen Entdeckungen" sie machen würde. Geißler schildert, wie sich für die Autorin herausstellt, dass es zu Feldhasen und ihrer Aufzucht ziemlich wenig verlässliche Informationen gibt und nimmt es selbst in die Hand. Die dabei getroffenen Beobachtungen schärfen die Sinne, befindet die Rezensentin, die sich freut, dass Dalton dem Hasen trotz aller Niedlichkeit seinen eigenen Willen und seine kreatürliche Natur zugesteht.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 30.04.2025
In der Flut von Büchern über das Verhältnis von Mensch und Tier gehört diese Geschichte der Londoner Außenpolitikerin Chloe Dalton definitiv zu den "schönsten", versichert Rezensent Alexander Cammann. Mit erstaunlichem Gespür für Poesie erzählt die politische Analystin, wie sie während der Pandemie ein winziges Hasenjunges auf der Straße findet, mit nach Hause nimmt und großzieht: Cammann bewundert, wie liebevoll Dalton sich um den Hasen kümmert, Angst bekommt, wenn er verschwindet, ihm allerdings stets mit beobachtender Distanz begegnet, ohne ihn zu vermenschlichen.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 10.04.2025
"Wildnis bekommt eine neue Bedeutung" für die Rezensentin Kim Kindermann, wenn sie die Geschichte der Britin Chloe Dalton liest, die einen kleinen Feldhasen aufgezogen hat, der ihr über den Weg gelaufen ist. Sie schildert, wie viele Informationen es darüber gibt, wie man einen Hasen zubereiten und verzehren kann und wie wenige darüber, sie aufzuziehen - fast ehrfürchtig habe sie das Tier mit der Flasche ernährt. Sie gibt dem Hasen aber nie einen Namen, verrät Kindermann, sie möchte ihn wieder in die Natur lassen, die sie detailreich schildert: So sieht er aus als trage er "helle, feinmaschige Kaschmirsocken." Kindermann lobt sowohl den "traumwandlerischen" Stil Daltons als auch die immer wieder durchscheinende Naturverbundenheit, die das Buch für sie zu einer echten Empfehlung machen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 15.03.2025
Kritikerin Kathleen Hildebrand trifft sich mit der Politikberaterin Chloe Dalton, deren Buch bei seinem Erscheinen in England ein großer Erfolg war: Als sie sich mit Beginn der Pandemie in ihr Ferienhaus auf dem Land zurückzog, machte sie die Bekanntschaft eines verlassenen Babyhasen, den sie aufzuziehen begann. Irgendwo zwischen Nature Writing und Bildungsroman erzählt Dalton laut Rezensentin davon, wie schwierig es war, Informationen zur Aufzucht statt zur Jagd eines Hasen zu bekommen, wie sie ihr eigenes Handeln hinterfragt, sich nicht sicher ist, ob der Hase von seiner Mutter alleingelassen wurde, aber auch von der Ruhe, die er ihr vermittelt. Der Hase, dessen Nachfolgegenerationen nun auch nahe bei Daltons Landhaus leben und immer wieder zurückkehren, hat sie zu ihrem Engagement für Naturschutz geführt, aber auch dazu, Druck und Tempo aus ihrem gehetzten Leben zu nehmen, eine Wirkung, die das Buch auch auf seine Leserinnen und Leser haben dürfte, wie Hildebrand abschließend vermutet.