Mariam Lau

Merz

Auf der Suche nach der verlorenen Mitte
Cover: Merz
Ullstein Verlag, Berlin 2025
ISBN 9783550204005
Gebunden, 336 Seiten, 24,99 EUR

Klappentext

Ein Konservativer im Aufbruch - oder auf Abwegen?In einer Zeit, in der autoritäre Regime an Einfluss gewinnen, wünschen sich viele Menschen einen Konservatismus, der das Land stabilisiert, aber auch dem rechten Rand die Stirn bietet. Ist Friedrich Merz ein solcher Konservativer? Welche Art von Politik ist von ihm zu erwarten, national wie international?

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 30.06.2025

Ein starkes, vielleicht gar das bislang stärkste Buch über Friedrich Merz legt Mariam Lau hier laut Rezensent Florian Keisinger vor. Die Journalistin der Zeit schreibt essayistisch und mosaikhaft, gerade das gefällt Keisinger, das Buch komme Merz erstaunlich nahe. Lau zeichnet laut Keisinger das Bild eines Politikers, der keineswegs der eindimensionale Reaktionär sei, als der er oft beschrieben wieder, vielmehr sei Merz durchaus in der Lage, seine eigenen Auffassungen zu revidieren, auch seine Haltung zu Frauenfragen, die recht komplex sei. Lau hofft auch, dass Merz die politische Mitte wieder stabilisieren kann. Mit Kritik spart sie dennoch nicht, so der Kritiker: Merz' Verhalten in der Migrationsdebatte vor der Wahl hält sie für einen schweren Fehler, außerdem nehme er Kritik oft zu persönlich. Aber dass Merz Fehler korrigieren und umdenken kann, rechnet Lau ihm wiederum an, erzählt der Kritiker, der selbst dazu keine Meinung zu haben scheint.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.05.2025

Aktuelle Bücher über Politiker sind ein eigenes Genre auf dem Buchmarkt, erläutert Rezensent Matthias Alexander, der gleich drei Bücher über Friedrich Merz bespricht: Mariam Laus "Merz - Auf der Suche nach der verlorenen Mitte", Sara Sieverts "Der Unvermeidbare" und Volker Resings "Friedrich Merz - Sein Weg zur Macht". Alle drei Autoren sind Hauptstadtkorrespondenten verschiedener Medien und teilen also die Vor- und Nachteile des Insidertums, so der Rezensent. Klar haben die Autoren eine Menge Kontakte und anekdotisches Wissen, aber das führt für ihn irgendwie auch zu einer Oberflächlichkeit der Darstellung. Die Kunst, Aktualität mit zeithistorischer und essayistischer Tiefe zu verbinden, wie sie in Amerika Walter Isaacson oder in Deutschland einst Sebastian Haffner beherrschten, vermisst Alexander denn doch bei allen drei Autoren. Das heißt nicht, dass man nicht solide informiert wird. Über Mariam Laus Buch schreibt Alexander am ausführlichsten und lobt vor allem ihre Kundigkeit: Klares Urteil, aber auch sachliches Abwägen bestimmten ihren Duktus. Auch Merz' Netzwerke streife sie. Aber der Frage zu Merz' Reichtum, den er in seiner "Auszeit" erwirtschaftet habe, und was dieser Reichtum mit ihm macht, weiche sie wie übrigens die anderen Autoren auch aus.

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