Tête-à-Tête mit einer Schildkröte
Was die Urwesen uns zu sagen haben

Diogenes Verlag, Zürich 2025
ISBN
9783257073652
Gebunden, 432 Seiten, 26,00
EUR
Klappentext
Aus dem amerikanischen Englisch von Stefanie Schäfer. Mit Illustrationen von Matt Patterson.
Sie wurden ausgesetzt oder von Trucks überfahren - und heißen nun "Pizza Man", "Fire Chief" oder "Snowball". Zu Hunderten haben sie Zuflucht gefunden in einem Haus in Massachusetts. In diesem Refugium für Schildkröten tritt Sy Montgomery einen Freiwilligendienst an - und lässt uns an einer lebensverändernden Erfahrung teilhaben: Wenn wir unsere Existenz mit den Augen dieser uralten, gemächlichen und langlebigen Wesen betrachten, bekommen wir eine Ahnung von dem, was uns überdauern wird.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.01.2026
Sy Montgomery ist eine Autorin, die schon diverse Naturbücher vorgelegt hat, weiß Rezensentin Petra Ahne, für ihr neuestes hat sie die Turtle Rescue League in Massachusetts besucht und sich mit Schildkröten jeglicher Art beschäftigt: Von Meeres- über Schnapp- bis hin zu Halswenderschildkröten ist alles dabei. Die beiden Leiterinnen der Station, Natasha und Alexxia, betreuen bis zu 1000 Tieren, sie sind immer einsatzbereit, liest Ahne. Manchmal trägt Montgomery mit ihrem Stil schon ein bisschen dick auf, räumt die Kritikerin ein, aber sie liest trotzdem gerne, was sie über das ziemlich langsame Leben der Tiere zu erzählen weiß: Im Winter schlägt das Herz einer Schildkröte nur alle paar Minuten, sie bewegen sich bekanntlich langsam, und ihre Genesung nach einem Unfall kann Jahre dauern, egal, ob sie vom Auto angefahren oder von einem Hund gebissen werden, aber trotzdem gibt es (fast) immer Hoffnung. Das Optimistische gefällt ihr gut: "Glück kann heißen, einer Schildkröte einen Rollstuhl zu bauen", resümiert sie.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 06.12.2025
Gern lässt sich Rezensentin Sylvia Staude von Sy Montgomery in die Welt der Schildkröten entführen. Wobei die amerikanische Autorin keine Ratgeberliteratur verfasst, stellt Staude klar, hier geht es nicht um Tipps für Schildkrötenhalter. Wobei wir durchaus eine Reihe Schildkröten näher kennenlernen, sogar namentlich. Entstanden ist das Buch während der Covid-Pandemie, berichtet Staude, die dafür sorgte, dass Montgomery sich für die Zeitlichkeit von Schildkröten zu interessieren begann, von Tieren mithin, die sich sehr langsam bewegen und sehr alt werden können, zumindest wenn sie nicht durch menschliches Handeln Schaden nehmen. Montgomery begleitet einige Organisationen, die sich um den Schutz von Schildkröten kümmern, sie vermenschlicht die Tiere nicht, versucht aber durchaus, sich in sie einzufühlen, etwa wenn sie über eine Schildkröte schreibt, die wütend darüber ist, ihre Wanne verlassen zu müssen. Abschließend weist Staude darauf hin, dass Montgomery vor allem über die Schildkröten der USA schreibt - was den positiven Eindruck, den die Rezensentin vom Buch gewinnt, jedoch nicht mindert.