Aus dem Englischen von Mirko Düringer. Manchmal ist der schmale Grat zwischen Illusion und Realität nicht so klar definiert, wie wir es gerne hätten. So auch an jenem Tag, an dem der junge Alan Mitz den Garten von Abdul Gasazi betritt. Denn an diesem seltsamen und wunderlichen Ort wohnt der undurchschaubare Gasazi, Zauberer im Ruhestand. Selbst nachdem Alan den Garten wieder verlassen hat, scheint der Bann von Gasazi noch immer auf ihn Einfluss zu haben.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 10.03.2023
Laura Weißmüller ahnt, worin der Reiz dieses Bilderbuchs von Chris Van Allsburg aus den achtziger Jahren liegt. Als erwachsene Betrachterin gefällt ihr besonders das Lesen und Schauen zwischen den Zeilen, und diese Freude überträgt sich letztlich auf den kindlichen Co-Betrachter, glaubt sie. Die Geschichte um einen jungen Hundesitters, der mit seinem Schützling in den verbotenen Garten eines Zauberers gelangt, scheint Weißmüller simpel, der Ton alles andere als pädagogisch. Zur offenen Erzählweise passen die surrealen Bilder, meint sie. Das Ganze entwickelt eine "sogartige Tiefe", so Weißmüller.
Die nicht zeitgemäße Darstellung des Fremden in diesem Kinderbuch von Chris van Allsburg, das schon 1979 in den USA erschienen ist, kann Rezensentin Anne-Kathrin Weber nicht gutheißen, sie empfiehlt das Buch aber trotzdem aufgrund seiner hohen literarischen und illustratorischen Qualität. In der Geschichte gerät Fritz, der Bullterrier von Protagonist Allan, in die Hände des Zauberers Abdul Gasazi. Aufgrund dessen stereotyper Darstellung als "Exot" und Bösewicht empfiehlt die Rezensentin begleitetes Lesen. Ganz begeistert ist sie allerdings von der gekonnten und detaillierten Komposition der schwarz-weiß gehaltenen Bilder, dem Witz und Gefühl der Erzählung und auch vom Happy End der Geschichte. Denn Fritz kommt wieder wohlbehalten zu seinem Herrchen zurück, beruhigt die Rezensentin.
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