Ein junges Paar macht Urlaub in Griechenland. In der Beziehung kriselt es, nicht zuletzt deshalb, weil der junge Mann versucht, während des Urlaubs eine Urlaubsgeschichte zu schreiben bzw. Stoff dafür zu sammeln. Dabei ist ihm als Material alles recht, sowohl seine Vergangenheit (Erinnerungen an frühere Urlaube) wie auch die Gegenwart (er schreibt mit, was seine Freundin sagt, während er schreibt); er stellt Listen auf, worüber er schreiben wird, wenn er wieder Zeit dazu hat, er zitiert aus den mitgenommenen Büchern ? all das gerät durcheinander: Listen, Aufzählungen, Erinnerungen, die Gegenwart ? und darunter leidet natürlich die »Arbeit«: je totaler der Anspruch (siehe Untertitel), desto skizzenhafter bleibt der Roman, voller haarsträubender Fehler und dürftiger »Stellen«, voller Tippfehler und grammatischer Ungereimtheiten.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 24.04.2001
Franz Haas hat offensichtlich viel Spaß an diesem "zerzausten" Text gehabt, in dem sich seiner Ansicht nach nicht nur die Mühen eines Schriftstellers abzeichnen, sondern auch das "Fortwursteln im Liebeskompromiss" eingefangen wird. Haas erläutert, dass der Protagonist, ein Schriftsteller, im Griechenland-Urlaub auf Stoffsammlung aus ist, weil er eine besonders 'ätzende' Geschichte schreiben will. Doch nichts ist im Urlaub so scheußlich, wie er es sich erhofft hat. "Er möchte ein Zyniker sein, ist aber nur ein Nörgler", befindet Haas ganz angetan. Genörgelt wird auch, so Haas, an der angeblich so schlechten Literatur, die die Begleiterin des Protagonisten im Urlaub verschlingt - während die Texte des Schriftstellers selbst letztlich "samt Schreibfehlern und holprigen Abkürzungen" zu Papier gebracht werden. Haas begeistert sich für den Witz und die Ironie in Futschers Roman, der vom "Scheitern des geplanten, geradlinigen Erzählens" berichtet. Ein "Ferienroman von stacheliger Intelligenz", lobt der Rezensent.
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