C.H. Beck Verlag, München 2026
ISBN
9783406830457 Gebunden, 331 Seiten, 28,00
EUR
Klappentext
München 38 steht für Appeasement gegenüber Aggressoren. Denn auf der Münchner Konferenz gaben Chamberlain und Daladier den Drohungen Hitlers nach und ließen die Tschechoslowakei im Stich. Knapp ein Jahr später begann dennoch der Zweite Weltkrieg. Daniel Hedinger und Christian Goeschel erzählen die Geschichte der dramatischen drei Tage im September 1938, an denen die Welt den Atem anhielt, und betten sie ein in die globale Geschichte der Vorkriegszeit. Dabei wird deutlich, wie viel uns die Ereignisse von München auch heute noch zu sagen haben. In den letzten Septembertagen des Jahres 1938 lag Krieg in der Luft. Die Konferenz in München, der Hauptstadt der NS-Bewegung, war ein letzter, verzweifelter Versuch Frankreichs und Großbritanniens, den Frieden in Europa und damit der Welt zu retten. München ist seitdem ein globaler Erinnerungsort. Doch wurde er bislang zu sehr aus einer rein europäischen Perspektive betrachtet. Dies übersieht die globalen Hintergründe und Auswirkungen der Konferenz. Der Aufstieg des Faschismus hatte vorher bereits die bestehende Weltordung in Frage gestellt. Erst vor diesem Hintergrund konnte Hitler seine Expansion vorantreiben. Die Welt schaute zudem sehr genau auf die Ereignisse von München und zog ihre Lehren daraus. Und so schwächte das Zurückweichen vor Hitler die demokratischen Abwehrkräfte im Inneren und ermunterte die aggressiven Mächte zu weiterer Expansion - in Europa ebenso wie im Rest der Welt. Auch deshalb ist München 38 ein Menetekel für unserer Zeit.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 16.03.2026
Rezensent Clemens Klünemann bekommt mit dem Buch von Christian Goeschel und Daniel Hedinger über die Appeasement-Politik Chamberlains Tipps, wie mit Leuten nicht umzugehen ist, die eigentlich nur täuschen und tricksen und überhaupt keinen Frieden wollen. Davon abgesehen bieten die Autoren laut Klünemann eine spannend zu lesende, materialreiche und genaue Analyse des Münchner Abkommens von 1938. Dabei schöpfen beide Autoren aus ihren vohergegangenen Büchern und ihrer Expertise über den Faschismus, weiß Klünemann. Dass Goeschel/Hedinger die "Irrungen des Appeasements" bis in unsere Zeit nachverfolgen, findet er lehrreich. Leider liegt der Fokus eng auf England und Chamberlain, da wären für Klünemann erhellende Seitenblicke drin gewesen, etwa nach Frankreich. An der Großartigkeit des Bandes aber ändert das für ihn nichts.
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