Die "digitale Revolution" hat in jüngster Zeit ihre dunkle Seite gezeigt. Droht eine Zukunft, in der jeder Mensch lückenlos von Google und Geheimdiensten überwacht wird, in der Maschinen die Natur ersetzen und Online-Konsum die Umweltzerstörung anfacht? Christian Schwägerl beschreibt konkrete Gefahren, wenn die analoge Welt von Mensch und Natur durch die falschen Kräfte kontrolliert wird. Vor allem aber entwickelt er in diesem Buch Alternativen und eröffnet neue Perspektiven. Bei der "analogen Revolution" geht es darum, die Macht über Daten demokratisch zu verteilen und Menschen mit der ganzen Fülle des Lebens auf der Erde zu verbinden.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.10.2014
Mit gemischten Gefühlen, aber durchaus interessiert hat Rezensentin Manuela Lenzen das neue Buch "Die analoge Revolution" des Philosophen Christian Schwägerl gelesen. Denn bei dem, was Schwägerl hier ausmalt, wird der Kritikerin doch etwas mulmig zu Mute: In "Googlonien", regiert von einer kleinen Gruppe von IT-Oligarchen, werden von Algorithmen bewertete Menschen gezwungen, ständig Google-Brillen zu tragen, um mit den neusten Produkten, aber auch Therapieformen gegen Zweifel am System versorgt zu werden. Lenzen folgt dem Autor, wie er zunächst die Fortschritte von Informations- und Robotertechnologie nachzeichnet, schließlich aber darüber sinniert, was die Transformationen für die Natur bedeuten: Sinnvoll genutzt werden könnte diese Entwicklung, wenn der Mensch beginne, ein tieferes Verständnis von Mensch, Natur und Technik zu erlangen und eine Symbiose zu schaffen, lernt die Rezensentin, der das Buch hier allerdings ein wenig zu "esoterisch" gerät. Denn auch eine "tobende Party vibrierender Materie" ist nicht unbedingt das, was sich die Kritikerin für die Zukunft wünscht.
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