Um China und die Chinesen zu verstehen, begibt sich Christian Y. Schmidt auf eine ungewöhnliche Reise. Er folgt der Nationalstraße 318, auch "Windknochen Chinas" genannt, die das Riesenreich auf einer Länge von 5386 Kilometern vom Gelben Meer im Osten bis zu den westlichen Rändern des Himalaya durchquert. Es ist eine Zeitreise vom glitzernden 21. Jahrhundert Shanghais bis nach Tibet, wo Yaks züchtende Nomaden und Bauern noch immer halb im Mittelalter leben. Eine Sehenswürdigkeit reiht sich hier an die andere: die malerische Wasserstadt Xitang, der gewaltigste Staudamm aller Zeiten, die mit 30 Millionen Einwohnern weltgrößte Stadt Chongqing, der Potala-Palast in Lhasa und zahllose Tempel, Klöster, heilige Berge, Punkschuppen und Discos und ganz zuletzt der Mount Everest. Christian Y. Schmidt war drei Monate unterwegs und hat Massagen chinesischer Ringerinnen und Erdrutsche überlebt, mit Kakerlaken Freundschaft geschlossen, Chinesinnen beim Shopping begleitet und sich mit Soldaten Tortenschlachten geliefert.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.11.2008
Jan Wiele hat sich gut amüsiert mit Christian Y. Schmidts schelmenromanartigem Reisebericht. Über die vom Autor kredenzten "Chinglish"-Kostproben kann Wiele ebenso lachen wie über seine Attacken auf das Goethe-Institut und seine Kulturexportschlager. Dass Schmidts Reise auf der über 5000 Kilometer langen Nationalstraße 318 den früheren Maoismus des Autors in selbstverständlich nicht ganz ernst gemeinter Weise wiederbelebt, kann Wiele auch goutieren, und zitiert seine Rechtfertigung, er habe von den Morden damals nichts gewusst.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 06.10.2008
Kein Buch für China-Kenner, warnt Franziska Augstein. Allerdings räumt die Rezensentin ein, dass Christian Y. Schmidt hier einen Reisebericht vorlegt, mit dem sich das Land menschennah und amüsant erfahren lässt - für alle, die China eigentlich nicht interessiert(!). Augstein folgt dem Autor auf seinem Weg über die Nationalstraße 318 von Shanghai nach Tibet und stellt fest: Hier ist abgesehen von Chinesen noch niemand gewesen. Und so flott umgangssprachlich hat das auch noch keiner aufgeschrieben, was ihm da begegnet. Dass der Autor vorgebe, "von nichts eine Ahnung" zu haben, lässt sich Augstein gern gefallen, auch dass er sich nicht anmerken lasse, hinterher alles gründlich nachrecherchiert zu haben.
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