Ziel des Buches ist, einen neuen Zugang zu Platon zu eröffnen. Die klassische Deutung der platonischen Philosophie im Sinn der Ideenlehre hat sich als unzureichend erwiesen. Sie ist ergänzt worden durch die sogenannte "ungeschriebene Lehre" beziehungsweise die Prinzipienlehre der Tübinger Schule. Doch auch diese neue Deutung setzt noch eine Urerfahrung voraus, die nicht nur nicht geschrieben werden kann, sondern unbeschreibbar bzw. unsagbar ist. Diese unsagbare Erfahrung verweist auf die sogenannten Mysterien in der griechischen Welt. Platon hat nicht nur die Terminologie der Mysterieneinweihung verwendet, sondern geht im letzten aus von einer Art Mysterienerfahrung. Dabei handelt es sich um die lebendige Erfahrung des Gottes Apollon. - Ein erster Teil des Buches behandelt die Aporien des Tübinger-Paradigmas und zeigt, dass die Ungeschriebene Lehre Platons.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 23.02.2002
Kaum ist die letzte Revolution in der Platon-Interpretation durchgesetzt, so Albert von Schirnding, schon droht die nächste. Die Tübinger Schule hatte die Ideenlehre der veröffentlichten Dialoge für weniger gültig erklärt als die esoterische Prinzipienlehre, die nur indirekt zu erschließen ist. Christina Schefer geht nun noch einen Schritt weiter: worum es Platon eigentlich gegangen ist, meint sie, sei die Unsagbarkeit, die Deutung der Erkenntnis als "unsagbare Erfahrung". Wie nun aber darüber sprechen? Schefer, so von Schirnding, geht den Umweg über die griechischen Mysterienkulte, die Platon erwähnt, und deutet ihn so als religiösen Denker. Der Rezensent ist durchaus angetan von der "Interpretationskunst" der Autorin - und meldet dann doch Bedenken an. Vielleicht sei eine solche anti-rationale Platon-Deutung vor allem dem Zeitgeist der vernunftfernen Epoche geschuldet, in der wir uns seiner Meinung nach befinden.
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