Herausgegeben von Mark Michalski. Der Band dokumentiert acht Seminare Heideggers über Platon, Aristoteles und Augustinus. Im Falle Platons erweitert die Hinwendung zu den Dialogen "Parmenides" (1930/31) und "Phaidros" (1932) das Spektrum uns bekannter Platon interpretationen Heideggers. Von Augustinus ist es die Untersuchung über die Zeit im Buch XI der "Confessiones" (1930/31), deren Interpretation die wiederholten Hinweise Heideggers auf die Bedeutung dieses Textes für die Geschichte des Zeitbegriffs einlöst. Schließlich wird Heideggers besonders inniges Verhältnis zu Aristoteles durch die Kontinuität bestätigt, mit der er aristotelische Themen und Texte in den Mittelpunkt seiner Seminare gestellt hat: die Bewegung im Buch Γ der "Physik" (1928), die Frage nach dem Sein in den Büchern Γ und Z der "Metaphysik" (1944) und die Kausalität im Buch B der "Physik" (1950/51, 1951, 1951/52). Diese letzten "Übungen im Lesen" belegen auch, wie sehr Heideggers Denken des Wesens der neuzeitlichen Technik in einer genauen Analyse des aristotelischen Begriffs der Kausalität gegründet war.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 15.04.2013
Mit großem Interesse hat Rezensent Jürgen Busche den nun erschienenen 83. Band der Heidegger-Gesamtausgabe gelesen. Er folgt dem Rat des Herausgebers Mark Michalski, zunächst die Protokolle im Anhang zu den Seminaren von 1929 bis 1952 über Platon, Aristoteles und Augustinus zu lesen, die etwa von Heidegger-Schülern wie Ernst Tugendhat, Wilhelm Weischedel oder Ernst Nolte verfasst wurden. Dabei erhält der Kritiker zwar ein lebendiges Bild der Seminarverläufe und erkennt, wie Heidegger seine Studenten zum eigenständigen Denken bewegte, muss zugleich aber auch feststellen, dass er zu Heidegger selbst nur über die Lektüre seiner eigenen Notizen vordringt. Busche empfiehlt darüber hinaus - ganz im Sinne Heideggers - zumindest die berühmten Passagen etwa aus Augustinus' "Confessiones", Platons "Phaidros" und Aristoteles "Physik" und "Metaphysik" auf Griechisch gelesen zu haben. Wer diese Voraussetzungen erfüllt, wird mit Gewinn erfahren, wie Heidegger die Texte sorgfältig abschreitet und von allen Seiten betrachtet, versichert der Kritiker.
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