Herausgegeben von Hans-Albrecht Kücken. Mit Euripides stellt Klaus Heinrich dem altphilologisch teils um den Preis der Sinnentleerung bildungshumanistisch angehobenen, teils, indifferent gegen Katastrophenerfahrungen, mit Durchhalteparolen befrachteten, im Vokabular des NS mit der Aufforderung zur Selbstzerstörung aufgeladenen Begriff des Heroischen den entheroisierten Heros entgegen: Herakles.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 26.04.2006
Für Jürgen Busche sind die "Arbeiten mit Herakles", die Klaus Heinrich in den 1970er Jahren an der Freien Universität Berlin als Vorlesungen gehalten hat und die nun als Sammelband erschienen sind, weniger fachlich überzeugend als "wissenschaftsgeschichtlich" interessant. Zunächst amüsiert sich der Rezensent über den zeittypischen "inflationären Gebrauch" des Hegelschen Begriffs der Arbeit, der schon im Titel anklingt. Etwas irritiert ist er dagegen von der doch etwas arg knapp geratenen Literaturgrundlage, auf die sich Heinrich in seinen Ausführungen stützt und meint abschätzig, für die Untersuchung der "Interpretation und Instrumentalisierung" des Helden Herakles von der Antike bis in die Moderne sei die hinzugezogene Sekundärliteratur "ein bisschen wenig". Vor allem, dass die Moderne fast ausschließlich mit dem Nationalsozialismus vertreten ist, reicht dem Rezensenten nicht aus. Und so sind die Vorlesungen für Busche hauptsächlich ein "Zeugnis" für die "Zeitbefangenheit" des ehemaligen Dozenten, die nebenbei einiges über die Universitätspraxis verraten. Ärgerlich findet der Rezensent allerdings die Art und Weise, wie Heinrich mit unliebsamen Kollegen umspringt und ihre Forschungen zu Unrecht in die Nähe des Nationalsozialismus rückt, wie Busche am Beispiel Walter F. Ottos zeigt.
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