Mit dreißig Abbildungen. Gängige Vorstellungen zur Geschichte Polens sehen das Land vor allem als politisches Opfer seiner Nachbarn. Eine Ursache dafür mag sein, dass bisherige Überblicke zur Geschichte Polens sich zum Großteil auf Politik und Gesellschaft konzentrieren. Im Gegensatz dazu ist die vorliegende Darstellung eine erste deutschsprachige, knappe und integrierte Geschichte der (Hoch-)Kultur(en) Polens, die von den Anfängen bis in die Gegenwart vor den Hintergrund europäischer Entwicklungen gestellt wird. Der Schwerpunkt der Darstellung liegt auf dem 19. und dem 20./21. Jahrhundert.
Gegengezeichnet werden dabei sowohl landläufige Verortungen Polens am Rand Europas und im Schatten Russlands als auch vor allem in der polnischen Historiografie verbreitete Vorstellungen von einem ausschließlich nach Westen angebundenen und hin zum Osten weitestgehend isolierten Land. Stattdessen bietet das Buch einen breiten Blick auf die unterschiedlichen Medien repräsentativer Kultur an, angefangen bei den verschiedenen Literaturgattungen und der bildenden Kunst über die Architektur und das Museumswesen hin zum Film und zur Musik.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.08.2017
Marta Kijowska empfiehlt Christoph Augustynowiczs "Kleine Kulturgescchichte Polens" nur Einsteigern. Anspruchsvollere Leser, meint sie, stoßen auf strittige und oft inaktuelle Informationen. Der knappe Raum, den der Autor sich für sein Projekt nimmt, erklärt Kijowska, umfasst zwar Polens Kultur vom Mittelalter bis zur Gegenwart, die Künste einer Epoche werden jedoch mitunter auf einer halbe Seite untergebracht. Die akademische Prosa des Autors macht der Rezensentin die Lektüre nicht angenehmer.
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