Der Angestellte von heute arbeitet nach Zielvorgaben, er muss zeigen, dass seine Arbeit wichtig ist, und kluge Köpfe überprüfen, wie viel seine Arbeit kostet und ob sie nicht eingespart werden kann. Gesteuert wird diese Welt von einer Software namens Office, die Tabellen erstellt, Sitzungen organisiert und Ergebnisse auf Beamern präsentiert. Christoph Bartmann hat selbst erlebt, wie die Gesetze des Marktes und das Regiment der Software die alte Bürokratie verdrängt haben. Er zeigt, wie sehr wir auch im Alltag die Ideale des modernen Managements verinnerlicht haben, obwohl sie uns nicht weiterhelfen - und liefert damit eine witzige und brillante Analyse unserer Gesellschaft.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.05.2012
Nach dieser Lektüre geht Rezensent Hannes Hintermeier anders ins Büro. Trauriger womöglich, vielleicht aber auch glücklicher, weil es bei ihm im Office anders aussieht als in Christoph Bartmanns Vision. Da wird das Büro zur kafkaesken Evaluationshölle, totalitär und entindividualisiert, aus der es kein Entkommen gibt. Bartmanns Geschichte des Managements hilft Hintermeier zu verstehen, wie es soweit kommen konnte. Kulturhistorisch, politisch nähert sich der Autor seinem Thema, kommt der Kolonisierung der Arbeitswelt durch Format auf die Spur, erläutert der Rezensent. Dass er es dabei nicht an Ironie fehlen lässt, aber auch nicht an Bitterkeit und Bösartigkeit, wenn er den Managerismus entlarvt oder die Burnout-Mode, gefällt Hintermeier ausnehmend gut.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 13.03.2012
Mit großem Vergnügen ist Verena Mayer dem Leiter des Goethe-Instituts in new York, Christoph Bartmann gefolgt, der sich daran macht, das gute alte Büro vor dem Managerismus zu retten. Mehr Zeit als Teambildung, Evaluation und Zielformulierungen haben früher "Aktenlauf und Rundablage" auch nicht gekostet, umreißt Mayer die Argumentationslinie Bartmanns, der sich zudem genüsslich über Feasibility, Governance und Qualitätsmanagement auslässt. Dazu gibt es natürlich auch den historisch-theoretischen Überblick inklusive Max Weber und Psychoanalyse, so dass die Rezensentin selbst in ihrem Home-Office für einen Moment zumindest absolut zufrieden ist.
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