In den "Modi" oder Existenzweisen verbinden sich bei Spinoza ontologische und praktische Fragen. Deleuze widmete sich besonders in einer Vorlesungsreihe an der Universität Vincennes den Herren und Knechten als jenen Existenzweisen, die Macht begehren und in dieser ihr Lustprinzip finden. Ihr Wunsch ist die Vergiftung oder Krankheit des Menschen, denn Herr wie Knecht ziehen ihre Freude aus dem Negativen. Da die Macht bei Spinoza den niedrigsten Grad des Vermögens darstellt, kann Deleuze sagen, die scheinbar Mächtigen sind in Wahrheit unvermögend.
Christoph Dittrichs Arbeit "Weder Herr noch Knecht" führt dem Rezensenten Raul Zelik sowohl die Aktualität des Aufklärers Spinoza als auch die des "spinozistischen" Gilles Deleuze vor Augen. Er attestiert dem Autor eine kluge Rekonstruktion der Vorlesungen zu Spinoza, die Deleuze 1980/81 gehaltenen hatte. Im Zentrum sieht er die Darstellung der Herrschaftskritik von Deleuze, die dieser in Auseinandersetzung mit Spinoza entwickelte, wenn er etwa Spinozas Abkehr von der Philosophie seiner Zeit und die Rolle des Immanenz-Begriff herausarbeitete. Dittrichs Blick auf Deleuze' Spinoza-Interpreation macht für Zelik den politischen Denker Deleuze, der hinter den Reflexionen zu Literatur, Musik, Anthropologie und Botanik bisweilen übersehen wird, wieder klarer erkennbar.
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