Christoph Keese

Rettet den Kapitalismus

Wie Deutschland wieder an die Spitze kommt
Cover: Rettet den Kapitalismus
Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg 2004
ISBN 9783455094237
Gebunden, 302 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Deutschland steckt in der Krise. Die Wirtschaft lahmt, die Gesellschaft überaltert, die Sozialsysteme platzen. Gemessen am Pro-Kopf-Einkommen sind die Deutschen nur noch Mittelmaß. Gerade noch auf Platz 14 der Weltrangliste stehen sie mit dem Wohlstand, den sie erwirtschaften. Was ist das Wirtschaftsmodell der Zukunft? "Rettet den Kapitalismus!" ist ein Plädoyer für die Wiederentdeckung der Rezepte, die Deutschland schon zweimal in seiner Geschichte zu Wohlstand verholfen haben. Im 19. Jahrhundert schaffte das Land den Aufstieg von einer Agrar- zur führenden Industrienation. Nach dem Zweiten Weltkrieg gelang aus dem Nichts der Aufschwung an die Weltspitze. Beide Male folgten die Deutschen dabei den Ideen des Liberalismus. Sie errichteten eine wirklich freie Marktwirtschaft und wurden dadurch reich. Kapitalismus ist auch heute das Mittel der Wahl. Wer links denkt und für Gerechtigkeit eintritt, muss heute Kapitalist sein.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 10.05.2004

Jeder könne etwas tun, damit es mit Deutschland wieder aufwärts geht, erklärt Christoph Keese, zur Zeit Chefredakteur der Financial Times Deutschland und designierter Chefredakteur der Welt am Sonntag, in diesem Buch, berichtet Bruno Preisendörfer. Man könne etwa heute sogleich einen Plasma-Flachbildfernseher kaufen oder ein teures Kostüm: "Das schafft Arbeitsplätze, belebt das Klima, steigert die Nachfrage." Nicht immer, lästert der Rezensent, gehe es bei Keese zwar so unfreiwillig komisch zu, doch sein ökonomisches Denken bleibe "stets so flach wie eine Power Point Folie". Ein Verdienst jedoch will Preisendörfer dem Buch dann doch zusprechen: nebenbei lege es "in heiliger Einfalt" auch die neue Strategie der "Neokonservativen" offen - dass man dort nämlich nun versuche, den Kapitalismus zum linken Projekt zu erklären.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 22.03.2004

Christoph Keese, seines Zeichens Chefredakteur der "Financial Times Deutschland" ist "ein kluger Kopf", heißt es aus dem Mund von Rezensent Jonas Viering, doch sein Buch, dessen Titel sich fast so anhöre, als sei der Kapitalismus vom "sozialistischen Umsturz" bedroht, kann unseren Rezensenten nicht wirklich überzeugen. Viering findet es zwar "flott geschrieben, leicht lesbar, voller Anekdoten und Zitate, gespickt auch mit interessantem Zahlenmaterial", doch letztlich bleibe es "oberflächlich", etwa wenn John Rawls auf zwei schmalen Seiten abgehandelt werde oder manch "knackige" Formulierung bezüglich der "Flächentarife" schlicht falsch sei. Interessant hingegen erscheinen dem Rezensenten die Stellen, an denen sich - im sonst so "gefestigten" und fraglosen Weltbild - "Brüche" zeigen. Doch insgesamt geht Viering alles zu schnell: zu viele Gedanken, die nur auf zwei, drei Seiten "angerissen" werden, und die zur simplen "Anhäufung" geraten.

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