Die SS war keineswegs nur ein staatliches Terrorinstrument, sondern besaß ein regelrechtes Geschäftsimperium, zusammengefasst unter dem Holding-Dach der "Deutschen Wirtschaftsbetriebe GmbH". Die SS besaß Aktienanteile, zum Beispiel an den I.G. Farben, Rheinstahl oder den Vereinigten Stahlwerken, und beteiligte sich aktiv und passiv an vielerlei Geschäften. Tatkräftig unterstützt wurde sie dabei von den deutsche Großbanken, allen voran der Dresdner Bank, aber auch der Deutschen Bank, die etwa bei Arisierungen und der Vermarktung von "Jüdischem Nachlass" behilflich waren. Peter-Ferdinand Koch beschreibt die Geeschäftsbeziehungen zwischen deutschen Banken und der SS und zeigt, wie die Kreditinstitute ihre dunklen Geschäfte bis heute zu verschleiern trachten. Mit zahlreichen Dokumenten und einer Auflistung aller Unternehmen, die Zwangsarbeiter beschäftigt haben.
Verwundert zeigt sich Christopher Kopper darüber, dass ein früheres Buch des Autors über die Geldgeschäfte der Dresdner Bank mit der SS völlig unbeachtet blieb. Nun legt der Autor ein das Thema erweiterndes Buch über "Die Geldgeschäfte der SS" vor, das bei Kopper auf zweigeteiltes Echo stößt. Anschaulich dargestellt findet der Rezensent die Karriere von Oswald Pohl, der zum Finanzchef des verflochtenen SS-Firmenimperiums aufstieg. Obwohl die Ausbeutung der KZ-Häftlinge in den SS-eigenen Betrieben einerseits äußerst "profitabel" war, wiesen viele Betriebe aufgrund betriebswirtschaftlicher Unerfahrenheit der SS-Offiziere Verluste auf. Kopper vermisst darum auch eine überzeugende Erklärung dafür, warum die Dresdner Bank sich in immer größere Abhängigkeit von der SS begab und deren immer ungünstigere Zinskonditionen akzeptierte. Eine klare Antwort darauf verspricht sich der Rezensent durch die noch in Arbeit befindlichen Studie des Hannah-Arendt-Instituts über die Geschichte der Dresdner Bank im Nationalsozialismus.
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